Galatasaray

Haldun Üstünel: “Fenerbahce ist kein Rivale mehr”


Der ehemalige Galatasaray-Präsident Adnan Polat ließ ihn einst unter dem Etikett des “Transferzauberers” firmieren. Haldun Üstünel war als Vorstandsmitglied bei diversen Startransfers wie Elano Blumer, Abdul Kader Keita, Harry Kewell, Giovani dos Santos oder auch Jo Alves unumstritten eine Schlüsselfigur. Mit seiner erfolgreichen Arbeit gewann er schnell die Herzen der Galatasaray-Fans. Nach seinem Rücktritt im Sommer 2010 wurde es mehrere Jahre sehr still um den Geschäftsmann. Nun brach der mittlerweile 53-Jährige sein Schweigen. Im Rahmen eines Interviews mit der türkischen Tageszeitung “Hürriyet” äußerte er sich über verschiedene Themen rund um Galatasaray. Dabei sehe er sich selbst keinesfalls als Zauberer: “Diesen Spitznamen gab mir damals unser Präsident Adnan Polat. Jedoch bin ich kein Zauberer, der Zauber liegt bei Galatasaray. Wenn die Fans der Ansicht sind, dass ich während meiner Zeit erfolgreich war, freut es mich natürlich”, so Üstünel.

Haldun Üstünel: “Der jetzige Vorstand ist nicht erfolglos!”

Die scharfe Kritik in den sozialen Medien am aktuellen Vorstand könne er nicht nachvollziehen: “Galatasaray geht aktuell durch sehr schwere Zeiten. Es gibt Ausgabelimits und FFP-Kriterien der UEFA. Deshalb muss man sich bei Transfers Zeit nehmen.” Zudem appelliert Üstünel an die Galatasaray-Anhänger und fordert mehr Geduld: “Transfers bringen nicht automatisch eine Meisterschaft. Das haben wir in der Vergangenheit schon zu oft erlebt. Wichtig ist, dass man eine Mannschaft mit einigen Kernspielern bildet.” Momentan gehe es Mustafa Cengiz insbesondere darum, neue Spieler parallel mit einer Budgetkürzung zu verpflichten.

 Haldun Üstünel: “Der Vorsprung zu Fenerbahce ist gewachsen”

Zudem verpasste Üstünel dem Fenerbahce-Lager einen Seitenhieb. Auf Basis der vergangenen 20 Jahre könne man Fenerbahce nicht mehr als großen Erzrivalen von Galatasaray sehen: “Der Vorsprung ist einfach viel zu sehr gewachsen. Die Ergebnisse und Pokale sind eindeutige Fakten. Ich sehe Fenerbahce nicht mehr als großen Gegner.” Mit dem 3:1-Sieg von Galatasaray in Kadiköy in der vergangenen Saison sei nun auch die Negativserie beendet. Chefcoach Fatih Terim habe einen Bärenanteil daran, dass Galatasaray momentan in der Dominanz sei.

Haldun Üstünel: “Adnan Polat wurde Unrecht getan”

Des Weiteren vertrat Üstünel die Ansicht, dass man zu seiner Amtszeit Klubchef Adnan Polat sehr viel Unrecht getan habe: “Der eigentliche Vorfall geschah drei, vier Monate nach meiner Kündigung. Adnan Polat wurde damals für seine Amtszeit nicht vom Gremium entlastet. Nach diesem Vorfall gab es kaum mehr Konstanz bei den Galatasaray-Vorständen. Seit zehn Jahren werden Vorstände immer wieder in ihrer Arbeit blockiert.” Auf die Frage, ob er irgendwann als Vorstandsmitglied zurückkehren möchte, gab der erfolgreiche Unternehmer grünes Licht: “Jeder Galatasaray-Anhänger träumt davon, Galatasaray zu dienen. Sei es als Vorstandsmitglied oder Präsident. Auch ich habe weiterhin einen Wunsch in der Hinsicht.”

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Hüseyin Yilmaz

Hüseyin Yilmaz

Wirtschaftswissenschaftler, Freier Sportjournalist, Kosmopolit, Hürriyet Gücer-Fan und Spor Toto Süper Lig-Liebhaber

10 Kommentare

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    6. September 2020 um 12:14 —

    Haldun Üstünel war der Chef was die Transfers an ging. Wenn der Trainer einen Spieler wollte, hat er ihn meistens geholt und zu unglaublichen Preisen.
    Es wurde immer wieder versucht ihn zurück zu holen, aber anscheinend will er einfach nicht mehr.
    Mit ihm hätten wir schon lange einen ZM geholt, wenn er schon zum Meeting fliegt um einen Spieler zu holen, dann kommt er auch immer mit dem Spieler zurück nach Istanbul.

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    5. September 2020 um 22:30 —

    Super Ingo, nach 20 Jahren mal wieder ein Derby in Kadiköy gewonnen und schon flippt das gelbrote Lager völlig aus.

    Übrigens gewinnen wir in der Telekom Arena öfters Derbys gegen GS als nur alle 20 Jahre, nur mal so als Info Hr. Üstünel, wer auch immer sie sein mögen, da ich bis gestern keinen blassen Schimmer von ihnen hatte.

    Nochwas, 28 sind übrigens mehr als 23, Rechnen ist wohl nicht ihre große stärke oder? Sie sollten deshalb nochmal die Schulbank drücken….

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      5. September 2020 um 23:20

      Man darf wohl erwähnen dass die 20 Jährige Serie beendet wurde. Schließlich hat das gelb blaue Lager sich 20 Jahre lang einen von der Palme gewedelt. Jetzt fehlt noch das 6:0. Mal schauen was die dann noch sagen. Vlt das die wasserballmannschaft 1860 bis 1950 38 mal Meister geworden ist.

      Kaum ist fener zwei Spiele am gewinnen, heben sie wieder ab.
      Üstünel war schon am Werk bei GS da warst du Efsane nicht auf der Welt gewesen. Sonst würdest du auch die Namen kennen die er zu GS transferiert hat.

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      5. September 2020 um 23:53

      Wir flippen aus Efsane? ^^ Wir waren nicht die jenigen, die deshalb von der Tribüne gesprungen sind 😀

      Bestimmt lag es aber nciht daran. Auch nicht daran, dass die Fans den heiligen “Koc” beleidigt haben… Besimmt hat Koc einen Gala Spieler auf der Tribüne gesehen bzw. eingebildet und wollte die Chance nicht verpassen… Deshalb ist er da runter gehechtet 😀

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      6. September 2020 um 3:45

      Efsane lies den beitrag richtig
      Er nennt „in den letzten 20 jahren“ und da hat nunal gala mehr meisterschaften und mehr türk. pokale, mehr internationale sieg, mehr champions league siege geholt als fener…
      Oder kannst du etwas nennen, was fener öfter hat? Ahja den, LEAGUE OF LEGENDS CUP. Sorry

      Nochwas, fener hat ja noch den letzten Ass im ärmel, 6-0

      Das traurige ist, ich wusste bis vor kurzem nicht mal, dass wir 1997 auswärts in BJK 6-0 gewonnen haben

      Frage: warum erwähnen wir das nie? Ist so ein 6-0 sieg nicht das A und O?

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      6. September 2020 um 10:08

      Ehrlich gesagt habe ich jetzt wegen einer kleinen harmlosen Zahl wie “28” nicht mit soviel Resonanz gerechnet, anscheinend habe ich da voll in ein gelbrotes Wespennest getreten dogrumu?

      Ist doch alles halb so schlimm, wenn ihr noch 5 weitere türkische Meisterschaften gewinnt, dann dürft ihr das 28er Gefühl auch voll genießen, dann wisst ihr auch wie sich das ganze anfühlt, also chillt mal ein wenig….

      Ha, noch zwei weitere gelbblaue Meisterschaften und wir überschreiten als erste türkische Mannschaft die 30er Barriere, das wird dann aber für die gelbroten schwer aufzuholen sein Hr. ÜS-TÜ-NELLLLLL, da werden wir dann richtig den Turbo oder auf türkisch: NOS zünden und davonziehen…. 😉

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      6. September 2020 um 10:14

      Alles gut Efsane ^^ Wir bzw. ich bin entspannt 😀 Du kennst mich ja.

      Wir reden aber in 3-4 Monaten, wenn wir wieder an allem Schuld sind 😉

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      6. September 2020 um 14:53

      Efsane keiner zweifelt an euren 28 meisterschaften. Auf allen offizielen seiten, zB transfermarkt, weltfussball usw. steht doch fenerbahce mit 28 meisterschaften, wer lesen kann ist klar im vorteil *ironie aus*

      Nochmal sei erwähnt: im interview redet er von den letzten 20 jahren, auch hier gilt: wer lesen kann ist klar im vorteil.

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      6. September 2020 um 16:12

      Ich sehe keinen Sinn darin mit Realitätsverweigerern igrendwelche FB Themen zu diskutieren, die Pokale dieser Meisterschaften stehen als Beweise in unserem Museum, es gibt Zeitungsartikel aus der Zeit, aber die Konkurrenz verweigert dennoch die Realität.

      Wer Zeitungsartikel lesen kann ist doch auch im Vorteil und kann sein Wissen in dieser Angelegenheit enorm erweitern oder etwa nicht?

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    5. September 2020 um 22:01 —

    Haldun Üstünel war seiner Zeit voraus. Ihm haben wir einige glorreiche Jahre zu verdanken. Bei unserer jetzigen Transferpolitik würde ich eine Rückkehr sehr begrüßen. Zumal er mit relativ wenig Budget gute Spieler holen konnte, die eigentlich niemand auf dem Schirm hatte.

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