Galatasaray

Galatasaray-Rückkehrer Arda Turan: “Ich muss mich bei niemandem entschuldigen”


Galatasaray-Neuzugang Arda Turan meldet sich zu Wort! Nach seiner Rückkehr zum türkischen Rekordmeister gab der 33-Jährige sein erstes Interview. Bei „beIN SPORTS“ äußerte sich Turan zu seinen Tagen beim FC Barcelona, der Beziehung zu Fatih Terim und seinem Transferablauf zu den „Löwen“. „Als Fatih Terim vor laufender Kamera gesagt hat, dass jeder eine zweite Chance verdient, war das Thema eigentlich für mich schon gegessen. Ab dem Tag habe ich alle erhaltenen Angebote abgelehnt. Wenn er für mich so etwas sagt, möchte ich an seiner Seite stehen“, so der 100-malige Nationalspieler von Mond und Stern. Des Weiteren beteuerte Turan, dass er aufgrund seiner Jugendausbildung eine emotionale Bindung zum Verein hat: „Ich bin im Ali Sami Yen-Stadion aufgewachsen. Dort habe ich mich als Kind über die Tore gefreut. Dementsprechend bin ich ein Galatasaray-Anhänger.“

Arda Turan: „Valverde hat trotz vielversprechender Statistiken nicht auf mich gesetzt“

Zudem erklärte Turan, wieso seine Zeit beim FC Barcelona nicht erfolgreich lief. Insbesondere nach dem Rücktritt von Luis Enrique habe für ihn ein Rückgrat im Verein gefehlt: „Nach Messi, Suarez und Neymar hatte ich die besten Scorerpunkte im Team. Deshalb war es umso verwunderlicher für mich, dass ich nach dem Amtsantritt von Ernesto Valverde nicht einmal in den Freundschaftsspielen auflief. Der Abschied von Barca war meine persönliche Entscheidung. Mir wurde nicht mehr das Gefühl vermittelt, dass ich wichtig bin.“ Anschließend habe er ein Angebot von Medipol Basaksehir angenommen. „Ich wollte mich beweisen, das hatte ich nötig. Mit Basaksehir hatte ich keinerlei Probleme. Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, war diese Entscheidung jedoch ein Fehler.“

Arda Turan: „Ich bin zum Spielen hier!“

In vielen Berichten werde geschrieben, dass Turan die Rolle des „großen Bruders“ in der Mannschaft übernehmen werde. Doch damit will sich Turan nicht begnügen: „Ehrlich gesagt bin ich gerne ein Leader innerhalb des Teams. Ich bin aber nicht hier, um meine Karriere erfolgreich zu beenden. Ich bin hier, um zu spielen. An das Aufhören will ich aktuell noch nicht denken. Galatasaray hat Ziele und diese müssen wir als Team erreichen.“ Turan weiter: „Vergangenes bleibt vergangen. Ich habe der Galatasaray-Familie nie einen Schaden zugefügt. Ich habe nichts gemacht. Auf dem Rasen des Türk Telekom-Stadions will ich noch den einen oder anderen Erfolg feiern. Darauf fokussiere ich mich“, betonte der zweifache Meister Spaniens.

Arda Turan: „Ich scheue mich vor keiner Entschuldigung bei Fatih Terim“

Zudem bezog sich der Routinier auf seinen Handkuss bei Galatasaray-Chefcoach Fatih Terim in der Hinrundenpartie zwischen Galatasaray und Basaksehir (0:1) der vergangenen Saison: „Wenn ich mich bei ihm entschuldigen muss, dann tue ich das auch. Sofern er verletzt wurde, ist das Stadion der beste Ort, um sein Herz wiederzugewinnen.“ Nichtsdestotrotz vertrete er die Ansicht, dass er auf sportlicher Ebene keinerlei Fehler gemacht habe: „Ich lese vermehrt Aussagen darüber, dass man mir verziehen hat. Für was? Ich habe niemandem etwas angetan. Wenn mir einer verzeihen soll, dann ist das nur Fatih Terim. Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder gespürt, dass ich es vermisst habe, Zeit mit ihm zu verbringen. Wenn man ihn im Umfeld hat, macht das Leben definitiv mehr Spaß.“

Arda Turan: „Die Vorfälle in der Nationalmannschaft hätten nicht passieren dürfen“

Wenn Turan auf seine Fußballerlaufbahn zurückblickt, sieht er die Vorfälle in der türkischen Nationalmannschaft im Jahr 2017 als großen Makel. Turan dazu: „Egal wie sich die Situation entwickelt hat. Das hätte nicht passieren dürfen. Bilal Mese war ein Reporter, der sehr oft bei mir zuhause war. Die meisten Interviews gab ich ihm.“ Es seien Gerüchte verbreitet wurden, dass es ihm in der Nationalmannschaft um das Geld ginge: „Ich habe bis heute von niemandem noch nicht einmal eine Lira gefordert. Das Nationaltrikot und Geld wirft man nicht in einen Topf. Diese Zeit hat mich psychisch sehr mitgenommen.“ Nun wolle er dieses Kapitel endgültig abschließen: „Nach diesem Interview möchte ich nicht mehr über die Vergangenheit reden, sondern Erfolge mit Galatasaray feiern.“

Vorheriger Beitrag

Galatasaray: Emre Kilinc offiziell vorgestellt, Albert Riera wird Co-Trainer

Nächster Beitrag

Perfekt: Enes Ünal wechselt zum FC Getafe

Hüseyin Yilmaz

Hüseyin Yilmaz

Wirtschaftswissenschaftler, Freier Sportjournalist, Kosmopolit, Hürriyet Gücer-Fan und Spor Toto Süper Lig-Liebhaber

2 Kommentare

  1. Avatar
    13. August 2020 um 10:21

    Genau, bei gebrochenen Nasen ist alles gut. Stimmt, man muss sich nicht entschuldigen. Das mache ich auch jeden Tag. Mit einer Waffe ins Krankenhaus? Alltag bei uns in Hamburg…

    Du musst dich wirklich nicht entschuldigen. Für mich ist das Thema zu ende. Ich hatte dich damals verteidigt, als alle zu dir gesagt hatten, dass du nur noch ein Fake Model bist usw. (Atletico). Aber mit der Politik Geschichte hatte sich alles für mich erledigt. Und danach ging alles nur Berg ab mit dir. Ich muss nicht nochmal alles aufzählen. Ich hatte damals so gehofft, dass du zu Fener gehst. Denn damit hätte sich die Geschichte bei uns komplett erledigt.

    Und mal ganz abgesehen von deiner Persöhnlichkeit, stellt sich mir die Frage, ob du uns sportlich voran bringen kannst? Du bist nur da, weil Terim seine “Vater-Sohn” Beziehung aufrecht erhalten wollte. Das ist für mich ein Minuspkt., was Terim angeht.

    Ich denke mal, dass du für mich mein Belhanda dieser Saison bist.

  2. Avatar
    13. August 2020 um 10:00

    Er muss sich bei keinem entschuldigen? Der Mann, der mit einer Pistole in ein Krankenhaus läuft, eine verheiratete Frau anbaggert während seine eigene schwangere Ehefrau zuhause sitzt, ein Mann, der einen alten Journalisten verprügelt, weil dieser nur seine Arbeit machen wollte? Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll… Die Erdogan Propaganda, die er getrieben hat, habe ic da noch nicht einmal mit reingenommen. Eine Schande, dass so ein Spieler unser Trikot tragen darf.