Galatasaray hat im türkischen Pokal bei Fethiyespor mit 2:1 gewonnen und den nächsten Schritt in der Gruppenphase gesetzt. Nach der Partie sprach Trainer Okan Buruk ausführlich über die Bedingungen im Stadion, die Spielentwicklung, anstehende Belastungssteuerung – und vor allem über die laufende Transferarbeit. Auch Kaan Ayhan ordnete den Abend ein und machte deutlich, warum solche Auswärtsspiele oft trügerisch wirken.
„Schwieriges Spiel“: Buruk lobt Atmosphäre, kritisiert den Platz
Buruk beschrieb die Partie als anspruchsvoll und hob die Rahmenbedingungen im Fethiye Stadtstadion hervor. „Fethiye hat uns dank der Fans und des Vorstandes willkommen geheißen. Die Galatasaray-Fans haben uns hier nicht allein gelassen. Es herrschte eine wunderschöne Umgebung“, sagte er bei A Spor.
Gleichzeitig sprach der Coach den Platz offen an: „Vielleicht war der Boden zu schlecht, sie haben große Anstrengungen unternommen, ihn zu reparieren, aber es ist zu schwer, auf diesem Boden zu spielen.“ Für Galatasaray sei das ein Faktor gewesen, der das Kombinationsspiel und die letzte Präzision im Strafraum erschwert habe.
Buruks Transferlinie: „Wir werden den Transfer durchführen“
Inhaltlich wurde Buruk beim Thema Kaderplanung deutlich. „Die Transferarbeiten sind im Gange. Wir werden den Transfer durchführen, wir wollen ihn“, sagte er und erklärte, warum sich Prozesse ziehen können: „Wenn man zu Elitespielern geht, gibt es Verhandlungen, die Zeit brauchen. Wir bringen die Spieler zu unserem Team.“
Buruk bat dabei auch um Geduld und stellte den Qualitätsanspruch in den Vordergrund. „Wichtig ist, nicht die falsche Investition zu tätigen“, betonte er. Gleichzeitig machte er klar, dass der Klub die Erwartungshaltung der Anhänger versteht: „Sie haben recht, die Anhänger wollen mehr. Wir können sie nicht kritisieren. Wir wollen ebenfalls mehr, sowohl unser Präsident als auch das Transferkomitee.“
Spielverlauf, Rotation und Schutz vor der nächsten Belastungswelle
Sportlich sah Buruk einen Gegner, der gut verteidigte, und ein eigenes Team, das sich die Arbeit schwerer machte als nötig. „Wir konnten die Positionen, die wir einnahmen, nicht zuweisen. Die Strafe ist entgangen. Zu viele Tore sind gefallen“, sagte er und verwies darauf, dass die Entscheidung erst in der Schlussphase fiel, als Galatasaray die Defensive des Gegners häufiger überspielen konnte.
Wichtig war ihm zudem die Steuerung der Minuten: Er habe Wechsel vornehmen müssen, „ohne zu viel über den Spielstand nachzudenken“, um Spieler für das nächste Ligaspiel und ein europäisches Spiel vier Tage später zu schützen. Genau diese Balance zwischen Ergebnisdruck und Belastung sei in solchen Pokalabenden oft der entscheidende Punkt.
Singo und Icardi: Buruk erklärt den Plan
Auf Nachfrage zur Situation von Wilfried Singo gab Buruk eine vorsichtige Perspektive. Der Spieler habe eine längere Verletzungsphase hinter sich, Galatasaray wolle ihn „auf möglichst risikofreie Weise“ zurückführen. Buruk rechnet damit, dass Singo „diese Woche langsam mit dem Training mit dem Team beginnen wird“ und beim Spiel gegen Gaziantep – wenn alles passt – wieder ein Kaderkandidat sein kann.
Bei Mauro Icardi zeigte sich Buruk zufrieden. Er erklärte, dass er ihn über 90 Minuten auf dem Feld ließ, um die Spielzeit zu verlängern und Rhythmus aufzubauen – ein Hinweis darauf, wie wichtig dem Trainer die Formkurve einzelner Schlüsselspieler ist.
Torwart-Plan und Spekulationen: „Er wird am Samstag auf dem Feld sein“
Auch zur Torwartfrage nahm Buruk Stellung, nachdem Spekulationen aufkamen. Er erklärte, man habe geplant, die Einsätze aufzuteilen, und erinnerte daran, dass man das Fenerbahce-Finale mit Günay Güvenc begonnen habe. „Darüber hinaus gibt es nichts“, sagte Buruk und riet dazu, nicht zu viel auf Gerüchte zu geben.
Zu einer Personalie um Ugurcan Cakir wurde er sehr konkret:““Wir haben ihn heute nicht hierher gebracht, weil er in dem Spiel, das wir am Samstag spielen werden, auf dem Feld sein wird.“ Außerdem schilderte er, dass der Torwart in Istanbul mit einem Trainer weiterarbeitet.
Ayhan warnt vor dem Trugschluss: „Auf dem Papier einfach“
Kaan Ayhan sprach nach dem Sieg ebenfalls bei A Spor und machte deutlich, wie er solche Auswärtsspiele bewertet. „Solche Spiele scheinen auf dem Papier vielleicht einfach zu sein, aber man muss hierherkommen und spielen“, sagte er. Ayhan verwies darauf, dass Galatasaray nach einer Niederlage zuvor bewusst mit Druck in dieses Match ging und der Fokus klar war.
Er erklärte zudem, warum der Spielfluss phasenweise stockte: Mit einem neu zusammengesetzten Team und ungewohnten Passoptionen habe man nicht so sauber abgeschlossen, wie man es sich vorgestellt hatte. Das Ziel sei nun, „am Wochenende mit hoher Moral wieder zu gewinnen“.
Weitere Stimmen: Karatas und Fin ordnen den Abend ein
Kazimcan Karatas, der das Startelf-Trikot in Abwesenheit von Eren Elmali und Ismail Jakobs überstreifte, setzte den Pokal als klares Ziel: „Wir freuen uns über drei Punkte. Unser Ziel im Pokal ist die Meisterschaft. Dafür werden wir alles tun, was wir können“, sagte er.
Ada Yüzgec, der erstmals offiziell den Galatasaray-Dress trug, sprach über die besonderen Momente eines Debüts. Er bedankte sich für das Vertrauen, schilderte seine Aufregung beim Reinkommen und betonte, dass er „jede Minute“ auf dem Platz nutzen wollte, um zu kämpfen und sein Bestes zu geben.


