Galatasaray

Fatih Terim: „Ich sage es mal so, ich war neunmal hier, acht Mal wurde ich Meister!“

Nach dem verspielten Sieg gegen MKE Ankaragücü, bei dem Süper Lig-Titelverteidiger Galatasaray in den letzten Minuten trotz numerischer Überlegenheit eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab, erklärte GS-Trainer Fatih Terim, dass das Team wegen personellen Problemen sportlich nicht in der Lage war und ist, drei Wettbewerbe zu stemmen. Die Partie habe man mit drei angeschlagenen Spielern beginnen müssen: „Wir sind nicht imstande drei Wettbewerbe zu bewältigen. So sieht es klar aus. Nach einem schweren Trauma am Mittwoch, sind wir Donnerstag eingetroffen, Freitag im Training gewesen und mussten heute wieder ein Spiel mit großer Belastung bestreiten. In so einem Spiel über Taktik zu sprechen, ist hier überflüssig. Man führt gegen ein Team, das zu zehnt spielt, mit 2:0, lässt keine Chance zu und spielt am Ende 2:2.“

Terim verweist auf seine Erfolgsbilanz

Gleichzeitig übte der 66-jährige Übungsleiter Selbstkritik, während er im selben Atemzug Kritiker mit nackten Erfolgszahlen konterte: „Aus meiner Sicht liegt die Schuld bei mir. Ich bin es, der diese Mannschaft dirigiert. Wir spielen von Beginn an gut, aber ab der 90. Minute verlieren wir viele Punkte. Und dieses Mal war wieder ein Beweis dafür. Sobald es mal schlecht läuft, werden gleich viele Dinge zusammengedichtet. Galatasaray ist der Klub, der die vergangenen zwei Jahre Meister wurde und letztes Jahr alle Titel geholt hat. Aber im Fußball gibt es kein gestern. So undankbar ist dieser Sport. Ujfalusi meinte beim Gespräch drinnen ‚ich wäre gestorben, ich könnte nie als Trainer arbeiten’. Wir haben mit Sicherheit schon schlechtere Tage überwunden. Ich werde sicher nicht aufgeben. Es ist Fakt, dass wir unsere Chance auf die Europa League in der 92. Minute verloren haben, dasselbe gilt für zehn Punkte, die wir ab der 90. haben liegen lassen. Aber ich sage es mal so, ich war neunmal hier, acht Mal wurde ich Meister. Wenn wir wie Galatasaray spielen, machen wir den Rückstand abermals wett.“

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Terims Abrechnung mit Nzonzi

Zur Kadersituation äußerte sich Terim wie folgt: „Das ist nun einmal unser Kader. Während alles läuft, können sich Regeln ändern, aber die Spieler nun einmal nicht. Wie wir die Dinge ändern können, werden wir im Januar sehen. Und das auch nur, wenn man gewisse Möglichkeiten hat. Ich habe keinen Spieler beschuldigt. In Frankreich wollte er meinen letzten Satz nicht hören. Ich habe gesagt, die Schuld liegt allein bei mir. Manchmal dauert die Adaption von Spielern länger. Was soll man machen? Weil jemand nicht in der Startelf steht, läuft er weg? Wo gibt es denn so etwas? Nzonzi hat am häufigsten in der ersten Elf gestanden. Hat er sich jemals bedankt? Er hat die meisten Spiele bestritten. Um ehrlich zu sein, habe ich so eine Reaktion von ihm nicht erwartet. Wir haben bei einigen Dingen zu spät reagiert. Um Galatasaray zu schützen, hätten wir vielleicht früher handeln müssen.“

Ankara-Vertreter erlebt Wunder in Istanbul

Ankaragücü-Chefcoach Mustafa Kaplan sprach nach dem Endresultat von einem Wunder: „Wir sind erfreut über den Punktgewinn. Wir haben lange Zeit keine Zähler holen können. Wir haben in der Offensive Probleme. Es war ein gutes Spiel. Hätten wir unsere Konterchancen in der ersten Hälfte nutzen können, wäre es wohl eine andere Partie geworden. Nachdem wir nur noch zu zehnt waren, hat unser Widerstandswille und Kampfgeist zugenommen. Nach so einer Ausgangslage in Unterzahl mit zwei Toren Rückstand noch einen Punkt zu holen, grenzt an ein Wunder.“

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Inan maßlos enttäuscht: „Schuld liegt allein bei uns“

Galatasaray-Veteran Selcuk Inan übernahm im Namen der Spieler die Verantwortung für den Punktverlust: „So etwas erleben wir nicht gerade oft. Aber wir haben auch schon Schlimmeres mit Muslera erlebt. Wir als Spieler übernehmen die Verantwortung. Wir sind sehr enttäuscht, unsere Fans sollen dies wissen. Wir als Meister dieser Liga entschuldigen uns für diese Resultate. Aber wir haben bei Galatasaray gelernt, niemals aufzugeben. Wir sind die Gruppe, die diesen Trend stoppen wird. Wir werden Galatasaray dahin bringen, wo der Verein hingehört. Niemand soll daran zweifeln.“

Muslera warnt alle Galatasaray abzuschreiben: „Denkt an letzte Saison!“

Auch Torhüter Fernando Muslera zeigte sich reumütig vor den Fans: „Es ist ganz allein unsere Schuld. Wir werden diese kritische Phase überwinden. Niemand soll die letzte Saison vergessen und wer am Ende Meister geworden ist. Die Schuld heute liegt weder beim Vorstand noch beim Trainerstab. Wir nehmen das komplett auf unsere Kappe. Das weiß jeder. Wenn man auf die Ligatabelle schaut, so sieht man, dass der Abstand nicht übertrieben groß ist. Wir sind schuld an dieser Situation und wir werden da wieder rauskommen“, so der Uruguayer.

Donk ruft zu Geschlossenheit auf

Teamkollege Ryan Donk schloss sich seinen beiden Mannschaftskameraden an: „Nach dem Spiel haben wir untereinander über die Partie gesprochen. Galatasaray darf so ein Spiel nicht in den letzten fünf Minuten derart aus der Hand geben. Jeder muss sich selbst fragen, was er falsch gemacht hat. Nur gemeinsam können wir diese Lage überwinden. Wir müssen unsere Anhänger, die hierher kommen um uns anzufeuern, glücklich machen.“

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Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

1 Kommentar

  1. Avatar
    16. Dezember 2019 um 11:14

    Wer gegen den Tabellenletzen ein 2:0 in den letzten 10 Minuten gegen 10 Mann nicht sicher über die Zeit bringen kann, der hat im Meisterschaftsrennen überhaupt nichts zu suchen. Der wie vielte Punkt war das jetzt, den wir durch ein Last-Minute-Gegentor verloren haben? Ich zähle nicht mehr mit, weiß aber, dass wir vielleicht Tabellenführer sein könnten oder zumindest zweiter.
    Für mich ist die Saison zu Ende, im Pokal gegen einen Drittligisten so gut wie rausgeflogen, in der CL sang- und klanglos abgeschossen worden und in der Liga irgendwo im Mittelfeld der Tabelle.
    Für mich sind die Spieler die im Kader sind satt. Damit meine ich sie sind zu alt und haben schon viel an Titel gewonnen in ihrer Karriere. Diese müssen im Winter oder spätestens im Sommer abgegeben werden und hungrige neue Spieler geholt werden. Eine komplette Renovierung des Kaders wäre längst Zeit, wir haben etliche Ü30 Spieler im Kader die keine Leistung zeigen. Wir sind das schlechteste Team in der CL gewesen. Würden wir gegen Genk spielen, würden wir dieses Spiel auch verlieren. Wir sind das Team, welches am wenigsten rennt in der CL-Saison. Das war letzte Saison so und auch diese Saison. Mit gerade einmal 109 km pro Spiel, rennt jeder Spieler knappe 10 km. Zum Vergleich Prag rennt ganze 132 km, was 12 km pro Spieler heißt.

    Das muss Terim alles irgendwie erklären können, wieso sind wir dieses Jahr so erfolglos und spielen schlechten Fußball. Wie kann das sein, dass wir nur ein Tor in der CL vorweisen können? Liegt es am Training oder an Terim’s Assistenten? Was wird an Transfers folgen und wie plant man für die neue Saison?
    Wer im Jahr 3,3 Mio Euro, oder sogar mehr, verdient muss das alles erklären können!