Türkischer Fußball

Cenk Özkacar: „Weinend lief ich nach Hause, aber jetzt genieße ich den Moment“

Genau wie Caglar Söyüncü wagte Cenk Özkacar den direkten Schritt aus der TFF 1. Lig nach Europa. Der 21-jährige Verteidiger, der 2020 für 1,5 Millionen Euro von Altay SK zu Olympique Lyon wechselte, wurde im vergangenen Sommer an den belgischen Verein Oud-Heverlee Leuven ausgeliehen um Matchpraxis zu sammeln. Im Interview mit „GOAL Türkiye“ sprach Özkacar über seine schwierige Jugendzeit sowie seine bisher gesammelten Erfahrungen in Europa. Özkacar über…

… über den Einfluss seiner Eltern auf dem Weg zum Profifußball:

„Dass mein Vater früher Fußball gespielt hat, war natürlich ein Faktor. Daher habe ich mich schon früh für Fußball interessiert. Mein Abenteuer begann in der Fußballschule von Altinordu Izmir im Alter von sechs Jahren. Es gab aber Zeiten, in denen ich ans Aufhören dachte und mich hoffnungslos fühlte aufgrund einer Verletzung. Ich werde jedoch die Unterstützung meiner Familie in dieser Phase mein Leben lang nicht vergessen. Ich erinnere mich noch ganz genau, als ich eines Tages weinend vom Trainingsgelände nach Hause gegangen bin. Zuhause munterte mich meine Familie auf. Sie sagten, dass sie mich nicht wegen der Tatsache lieben, dass ich Fußballer sei, sondern weil ich ein guter Sohn bin.“

… über seinen Transfer zu Olympique Lyon

„In der TFF 1. Lig habe ich aufgrund meines jungen Alters bereits Aufmerksamkeit erregt. Anschließend habe ich Transferangebote von Klubs aus der Süper Lig erhalten. Mein Traum war es jedoch immer in Europa zu spielen. Für mich war es ein Vorteil, dass Lyon einen körperlich starken, jungen und linksfüßigen Verteidiger suchte. Und so erfüllte sich mein Traum zu einem europäischen Klub zu wechseln. Ich erklärte bereits in einem vorherigen Interview, dass ich mein Positionsspiel verbessern muss. Das habe ich sofort gemerkt, als ich einige Trainingseinheiten bei meinem neuen Verein hatte. Daher wechselte ich nach Belgien. Ich bereue diesen Schritt nicht, da ich bei OH Leuven bereits viel gelernt habe und weiterhin lernen werde. Es wäre nicht richtig, wenn ich mich über die mangelnde Ausbildung jüngerer Spieler in der Türkei äußern würde. Ich möchte aber dennoch erwähnen, dass die jungen Spieler in Europa in einem viel höheren Ausmaß unterstützt und ausgebildet werden.“

… über seine aktuelle Situation bei OH Leuven

„Lyon teilte mir offen und transparent mit, dass ich noch etwas Zeit bräuchte um regelmäßig bei ihnen zu spielen. Daher verliehen sie mich an OH Leuven, damit ich Spielpraxis sammeln kann. Ich bin froh darüber, dass sie mir diese Möglichkeit geboten haben, denn ich fühle mich dort sehr wohl. Das Spielsystem passt ebenfalls zu mir, da ich bereits bei Altay links in der Dreierkette gespielt habe und diese Position auch bei OH Leuven besetze.“

… über den Kontakt mit anderen türkischen Legionären in Europa

„Mit den meisten Spielern stehe ich in Kontakt. Als ich nach Lyon wechselte, haben mir Burak Yilmaz, Yusuf Yazici und Zeki Celik herzlich gratuliert. Darüber habe ich mich sehr gefreut.“

… über die Trainer, die er am meisten bewundert

„Ich bevorzuge Yalcin Kosukavak in der Türkei und Pep Guardiola in Europa. Beide Trainer bewundere ich für ihre Spielphilosophie und die Art und Weise, wie sie ein Spiel angehen.“





 


Vorheriger Beitrag

Montagsspiel: Hatayspor holt drei Punkte gegen Göztepe

Nächster Beitrag

Verrücktes Spiel in Adana: Besiktas kommt mit blauem Auge davon