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Home»Türkei & Legionäre»Karazor macht der Türkei Mut: Stuttgart-Kapitän sendet klare WM-Botschaft und spricht offen über Fenerbahce
Türkei & Legionäre 13. März 2026

Karazor macht der Türkei Mut: Stuttgart-Kapitän sendet klare WM-Botschaft und spricht offen über Fenerbahce

Von Gazetefutbol08 Minuten Lesezeit
Atakan Karazor Milli Takim Türkei Türkische Legionäre Türkische Nationalmannschaft VfB Stuttgart
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Foto: IHA

 

Atakan Karazor hat sich ausführlich zu seiner Saison mit dem VfB Stuttgart, zu seiner Entscheidung für die türkische Nationalmannschaft und zu den Chancen auf die Weltmeisterschaft 2026 geäußert. Der Mittelfeldspieler sprach dabei nicht nur über seine aktuelle sportliche Situation, sondern auch über seine persönliche Verbindung zur Türkei, den Einfluss von Vincenzo Montella und die besondere Bedeutung des Spiels gegen Fenerbahce in der UEFA Europa League. Im Gespräch mit UAV wurde deutlich, dass Karazor mit großer Überzeugung auf die kommenden Monate blickt.

Seine zentrale Botschaft fiel dabei unmissverständlich aus. Die Nationalmannschaft verfüge aus seiner Sicht über genug Qualität, um sich mit jeder Mannschaft zu messen. Entscheidend sei nun, dieses Niveau auch auf dem Platz zu bestätigen und den Weg zu einem großen Turnier konsequent zu Ende zu gehen.

Karazor sieht Stuttgart vor einer entscheidenden Saisonphase

Zunächst blickte der 29-Jährige auf die laufende Spielzeit mit Stuttgart. Karazor räumte ein, dass der Start schwierig gewesen sei, hob zugleich aber die positive Entwicklung der Mannschaft hervor. „Wenn man sich unsere aktuelle Situation ansieht, haben wir das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht, stehen unter den letzten 16 der Europa League und kämpfen in der Bundesliga um die europäischen Plätze. Wir haben noch nicht unsere beste Leistung gezeigt und in diesem Team steckt noch mehr Potenzial“, sagte er.

Diese Aussage zeigt, dass Karazor die Lage realistisch, aber selbstbewusst bewertet. Aus seiner Sicht befindet sich Stuttgart in einer stabilen Position, obwohl die Mannschaft noch nicht an ihrer Leistungsgrenze angekommen sei. Gerade für die entscheidende Phase der Saison sieht er deshalb gute Voraussetzungen.

Das Fenerbahce-Spiel hatte für ihn eine besondere Bedeutung

Besonders emotional sprach Karazor über das Europa-League-Spiel gegen Fenerbahce in Istanbul. Der Mittelfeldspieler machte deutlich, dass diese Partie für ihn und seine Familie weit mehr war als nur ein weiteres internationales Spiel. „Das Spiel gegen Fenerbahce war für mich und meine Familie wirklich etwas ganz Besonderes. Einerseits leben wegen meiner türkischen Wurzeln und Verwandten noch viele Angehörige in der Türkei, andererseits spielten wir gegen eine absolute Spitzenmannschaft mit unglaublich leidenschaftlichen Fans“, sagte Karazor.

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Er erinnerte zugleich an die schwierigen Umstände vor Ort und an die Intensität im Stadion. „Es war ein schwieriges Spiel, nicht nur wegen der Qualität ihrer Mannschaft, sondern auch, weil wir in Istanbul gespielt haben und die Atmosphäre im Stadion extrem intensiv war. Leider haben wir an diesem Tag nicht mindestens einen Punkt geholt, aber ich denke, wir haben gezeigt, dass wir in dieser Saison in jedem Stadion der Europa League mithalten können“, erklärte er.

Vom Abstiegskampf zum Kapitän auf europäischer Bühne

Karazor sprach auch über seine persönliche Entwicklung bei Stuttgart. Dabei wurde deutlich, wie eng er seine Geschichte mit der Entwicklung des Vereins verknüpft. Er ist seit Jahren Teil des Klubs, hat schwierige Phasen ebenso erlebt wie sportische Höhepunkte und beschreibt gerade diese Spannbreite als prägend.

„Ich bin seit einigen Jahren Teil dieser Reise mit Stuttgart und habe jede Erfahrung gemacht, vom Abstieg bis zu einer Mannschaft, die sich wieder in Europa etabliert und in der vergangenen Saison sogar den DFB-Pokal gewonnen hat“, sagte Karazor. Danach ergänzte er: „Ich denke, dass ich mich während meiner Zeit hier sowohl als Spieler als auch in meiner Führungsrolle auf und neben dem Platz sehr verbessert habe. Dass ich jetzt als Mannschaftskapitän auf der europäischen Bühne stehen darf, macht mich wirklich stolz.“

Diese Aussagen zeigen, wie sehr Karazor sich mit dem Klub identifiziert. Mehr als 200 Einsätze für das Vereinswappen stehen für Kontinuität, Vertrauen und Verantwortung. Gerade sein Hinweis auf die Führungsrolle macht deutlich, dass er sich inzwischen nicht nur als Leistungsträger, sondern auch als prägende Figur im Gefüge der Mannschaft versteht.

Angebote aus der Süper Lig, aber klare Entscheidung für Stuttgart

Interessant waren auch Karazors Aussagen zur Vergangenheit. Vor seiner Vertragsverlängerung im Jahr 2023 habe es mehrere Angebote gegeben, darunter auch aus der Trendyol Süper Lig. Der Mittelfeldspieler bestätigte damit, dass ein Wechsel in die Türkei durchaus ein realistisches Thema gewesen war.

„Bevor ich meinen Vertrag verlängerte, hatte ich verschiedene Angebote von verschiedenen Orten erhalten, darunter auch aus der Süper Lig. Natürlich war es schön zu hören, welche Vereine Interesse hatten, und meine Berater haben sich das angehört. Aber für mich war klar, dass ich bleiben wollte. Wie ich letztes Jahr sagte, war Stuttgart für mich die erste, zweite und dritte Wahl“, erklärte er.

Gerade dieser Satz zeigt, wie eindeutig seine Priorität damals gesetzt war. Trotz des Interesses aus der Türkei entschied sich Karazor bewusst für Kontinuität, Vertrauen und den weiteren Weg mit Stuttgart.

Warum er sich für die Türkei entschieden hat

Ein besonders wichtiger Teil des Gesprächs drehte sich um seine Wahl für die türkische Nationalmannschaft. Karazor besitzt die Möglichkeit, sowohl für Deutschland als auch für die Türkei zu spielen. Er betonte, dass diese Entscheidung nicht spontan gefallen sei, sondern das Ergebnis eines längeren Prozesses gewesen sei.

„Ich habe diese Entscheidung nicht über Nacht getroffen. Ich bin mit Deutschland und der Türkei groß geworden und beide haben großartige Nationalmannschaften. Mein erster Kontakt mit dem türkischen Fußballverband war im Jahr 2024 und das war damals etwas ganz Besonderes für mich“, sagte Karazor.

Entscheidend seien letztlich zwei Ebenen gewesen: die sportliche Perspektive und die persönliche Nähe. „Meine familiären Wurzeln liegen dort und das Tragen dieses Trikots erfüllt mich mit besonderem Stolz. Ich hatte auch ein kurzes Treffen mit dem Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Was mich aber am Ende überzeugt hat, war eine klare sportliche Perspektive und eine tiefe persönliche Verbindung zur Türkei“, erklärte er.

Dass er Ende des vergangenen Jahres sein erstes Spiel für die Nationalmannschaft absolvieren durfte, beschrieb er als besonderen Moment für sich und seine Familie. Damit wurde deutlich, dass seine Wahl nicht nur sportisch, sondern auch emotional tief verankert ist.

Lob für Montella und große Zuversicht für die Nationalmannschaft

Über Vincenzo Montella sprach Karazor mit großem Respekt. Der Mittelfeldspieler lobte die Erfahrung des Nationaltrainers und hob vor allem dessen Fähigkeit hervor, ein Team klar zu strukturieren und weiterzuentwickeln. „Ein Cheftrainer mit viel Erfahrung auf höchstem Niveau. Es scheint klar, dass er sehr gut weiß, wie man ein Team aufbaut und entwickelt, um den Spielern dabei zu helfen, individuell voranzukommen“, sagte Karazor.

Außerdem stellte er heraus, dass Montella dem Team Klarheit und Struktur gebe. „Er bringt Struktur und Klarheit in das Team und unter seiner Führung hat die Mannschaft wichtige Schritte unternommen. Die Art und Weise, wie das Team zusammenarbeitet und sich kontinuierlich weiterentwickelt, zeigt seine Wirkung“, erklärte er. Danach fügte er an: „Ich arbeite gerne mit ihm und gebe bei jedem Training mein Bestes, um sein Vertrauen zu gewinnen und zu zeigen, dass ich dazugehöre.“

„Wir haben das Zeug zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft“

Die deutlichsten Sätze fielen, als Karazor über die Chancen der Türkei im Rennen um die Weltmeisterschaft 2026 sprach. Der Nationalspieler zeigte sich überzeugt, dass Qualität und Potenzial im Kader vorhanden seien, um ein großes Turnier zu erreichen.

„Es ist großartig zu sehen, dass das Team mit großen Ländern konkurrieren kann. Auch wenn das Halbfinale nicht erreicht wurde und die Niederlage im Viertelfinale gegen die Niederlande knapp war, hat die Türkei gezeigt, dass sie an großen Turnieren teilnehmen kann“, sagte er. Danach weitete er den Blick auf die kommenden Aufgaben: „Ich glaube, dass wir auf einem sehr guten Weg sind und mit jedem Team mithalten können. Wenn man sich die Gesamtqualität unseres Personals und Spieler von großen Vereinen Europas wie Hakan Calhanoglu, Arda Güler oder Kenan Yildiz anschaut, die auf höchstem Niveau spielen, bin ich sicher, wir haben das Zeug dazu, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Aber natürlich müssen wir es beweisen.“

Diese Passage bringt Karazors Haltung auf den Punkt. Es geht nicht nur um Hoffnung, sondern um einen klaren Anspruch. Die Türkei verfüge seiner Meinung nach über einen hochklassigen Kader, der in der Lage sei, gegen jede Mannschaft zu bestehen. Gleichzeitig betont er, dass Qualität allein nicht reiche, wenn sie nicht in Ergebnisse umgewandelt werde.

Die Weltmeisterschaft bleibt sein großer Traum

Zum Abschluss sprach Karazor auch über seine persönliche Vision. Der 29-Jährige machte deutlich, dass eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu den größten Zielen seiner Karriere gehört. „Es wäre eine unglaubliche Leistung. Der Traum eines jeden Spielers ist es, auf höchstem Niveau zu kämpfen und sein Land auf der größten Bühne zu vertreten“, sagte er.

Dann formulierte er seine Motivation noch einmal unmissverständlich: „Die Weltmeisterschaft ist die größte Bühne und ich möchte alles in meiner Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass wir als Nation dort sind und die Ehre haben, unsere Farben zu vertreten.“ Genau dieser Satz beschreibt die Richtung, in die Karazor mit der Türkei gehen will. Er sieht in der Mannschaft das Potenzial für die WM – und will selbst ein aktiver Teil dieses Weges sein.

 

 

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