Arbeloa nach Real-Pleite gegen Mallorca: „Diese Niederlage ist meine Schuld“ – Kritik an Arda-Güler-Auswechslung
Real Madrid hat im Meisterschaftsrennen der La Liga einen schmerzhaften Rückschlag erlitten und auswärts gegen den RCD Mallorca mit 1:2 verloren. Nach dem Spiel stand vor allem Trainer Alvaro Arbeloa im Mittelpunkt, weil er die Verantwortung für die Niederlage öffentlich auf sich nahm. Gleichzeitig löste der Auftritt von Arda Güler in Spanien eine neue Debatte aus, denn mehrere Medien bewerteten seine Leistung positiv und hinterfragten offen seine Auswechslung.
Mallorca trifft spät doppelt und schockt Real Madrid
Über weite Strecken der ersten Halbzeit tat sich Real Madrid schwer, klare Kontrolle in das Spiel zu bringen. Dann setzte Mallorca kurz vor der Pause den ersten Schlag. In der 42. Minute brachte Manu Morlanes die Gastgeber in Führung und veränderte damit die Dynamik der Partie spürbar.
Real kämpfte sich zwar im zweiten Durchgang zurück und kam in der 88. Minute durch Eder Militao noch zum 1:1. Doch der späte Ausgleich reichte nicht, um das Spiel endgültig zu drehen. In der 90.+1 Minute schlug Ex-Fenerbahce-Profi Vedat Muriqi zu und führte Mallorca doch noch zum Sieg. Für Real Madrid war das ein Rückschlag, der im Titelrennen besonders weh tut.
Arbeloa übernimmt die Verantwortung ohne Ausflüchte
Nach dem Schlusspfiff versuchte Alvaro Arbeloa nicht, die Niederlage zu relativieren oder auf einzelne Spieler abzuwälzen. Im Gegenteil: Seine Aussagen fielen ungewöhnlich klar aus. „Diese Niederlage ist meine Schuld und ich habe es den Spielern gesagt.“ Danach legte er sogar noch nach: „Es liegt ganz in meiner Verantwortung.“
Gerade diese Wortwahl sorgte für Aufmerksamkeit, weil Trainer in solchen Momenten oft versuchen, die Verantwortung breiter zu verteilen. Arbeloa stellte sich jedoch demonstrativ vor seine Mannschaft. Das sendet intern ein wichtiges Signal, verschärft nach außen aber gleichzeitig die Diskussion über seine Entscheidungen im Spielverlauf – vor allem bei der Personalie Arda Güler.
Arda Guler begann stark und wurde dennoch ausgewechselt
Güler stand gegen Mallorca in der Startelf und wurde in der 72. Minute ausgewechselt. Genau dieser Wechsel geriet anschließend in den Mittelpunkt der spanischen Analyse. Denn die türkische Nationalhoffnung hatte in der ersten Halbzeit mehrfach gezeigt, dass er mit Pässen, Ideen und enger Ballführung zu den auffälligsten Offensivspielern von Real Madrid gehörte.
Besonders deutlich fiel die Einschätzung in mehreren Medien aus. In der Berichterstattung von Sport, Mundo Deportivo, AS und Marca wurde herausgestellt, dass Güler vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder gefährliche Szenen einleitete und zu den besten Madridern zählte.
Die spanische Presse lobt Arda und kritisiert seinen Wechsel
Die Bewertung in Spanien fiel auffällig positiv aus. Über seinen Auftritt hieß es, Güler habe das Spiel stark begonnen, Kylian Mbappe mehrfach sehr gut gefunden und mehrere gute Chancen eingeleitet. Gleichzeitig wurde betont, dass das Madrider Mittelfeld nach seinem Verschwinden aus dem Spiel deutlich an Struktur verlor.
Noch klarer war die Einordnung an anderer Stelle. Dort wurde festgehalten, er sei „einer der besten Spieler von Real Madrid gewesen, solange er die körperliche Situation tragen konnte„. Eine weitere Analyse hob hervor, dass er in der letzten Zone gute Arbeit geleistet habe, vor allem mit seinem Pass auf Mbappe in der ersten Halbzeit, und dass er selbst eine gute Torchance hatte, die durch eine starke Parade verhindert wurde.
Besonders interessant fiel die Kritik an seiner Auswechslung aus. In einer der Bewertungen wurde sinngemäß herausgestellt, dass Güler auf fast jeder Aktion Einfluss genommen habe, ständig Gefahr erzeugen wollte und gerade in einer Phase vom Feld genommen wurde, in der Real Madrid dringend ein Tor gebraucht hätte. Genau daraus entstand in Spanien schnell die Frage, ob der Trainer mit dieser Entscheidung nicht einen der aktivsten Offensivspieler des Teams aus dem Spiel nahm.
Nach 24 Jahren zurück bei der WM: Güler, Kahveci Akaydin senden emotionale Kampfansage
Auch die Noten unterstreichen seinen Einfluss
Die Einzelnoten stützen diese Wahrnehmung zusätzlich. In einer Bewertung erhielt Güler für seine Leistung in der ersten Halbzeit acht Punkte, für die zweite Halbzeit sechs Punkte. Damit gehörte er im ersten Durchgang zu den am besten benoteten Spielern von Real Madrid.
Solche Noten sind nie allein entscheidend, doch sie spiegeln wider, wie deutlich sein Auftritt in Spanien wahrgenommen wurde. Während die Mannschaft insgesamt an Durchschlagskraft verlor, blieb Güler für viele Beobachter einer der wenigen Spieler, die offensiv wirklich Ideen auf den Platz brachten.
Die Leistungsdaten von Arda Guler lesen sich stark
Auch die Zahlen aus diesem Spiel stützen den positiven Eindruck. Güler kam auf 53 Ballkontakte, spielte 43 Pässe und erreichte dabei eine Quote von 77 Prozent. Hinzu kamen vier Schlüsselpässe und ein Erwartungswert von 0,54 Assists. In genau diesen beiden Offensivkategorien lag er innerhalb der Mannschaft ganz vorne.
Diese Daten machen deutlich, warum seine Auswechslung im Nachgang so intensiv diskutiert wurde. Wer in Kreativwerten, Schlüsselpässen und Assist-Erwartung den Spitzenplatz belegt, liefert starke Argumente dafür, länger auf dem Feld zu bleiben – gerade in einem Spiel, in dem das Team dringend Lösungen im letzten Drittel braucht.
Auch seine Saisonzahlen sprechen für seinen wachsenden Einfluss
Nicht nur dieser Abend, auch die laufende Saison zeigt, dass Güler bei Real Madrid weiter an Bedeutung gewinnt. In dieser Spielzeit kommt der türkische Nationalspieler auf 46 Einsätze, vier Tore und 13 Assists. Diese Werte zeigen, dass er längst nicht mehr nur als Talent wahrgenommen wird, sondern regelmäßig produktive Beiträge liefert.
Gerade deshalb wird nach Spielen wie diesem noch genauer hingeschaut. Wenn ein Spieler mit dieser Entwicklung früh vom Feld geht und die Mannschaft anschließend an Kreativität verliert, entsteht automatisch eine Trainerdebatte. Arbeloa hat mit seiner Verantwortungsübernahme dafür selbst die Grundlage gelegt.
Die Niederlage belastet Real – die Güler-Debatte bleibt
Am Ende bleibt für Real Madrid eine bittere Auswärtsniederlage, die im Meisterschaftsrennen deutliche Spuren hinterlässt. Mallorca nutzte seine Chancen spät und effizient, während die Königlichen vor allem nach der Pause nicht die Konsequenz fanden, um das Spiel nachhaltig zu drehen.
Für die türkische Perspektive rückt damit ein anderer Punkt in den Vordergrund: Arda Güler hat in einem schweren Auswärtsspiel wieder gezeigt, dass er auf hohem Niveau Einfluss nehmen kann. Dass seine Auswechslung anschließend in Spanien kritisiert wurde, verstärkt diesen Eindruck eher noch. Und weil Arbeloa selbst sagte, „Diese Niederlage ist meine Schuld„, wird die Diskussion um seinen Umgang mit Güler nach dieser Schockpleite wohl nicht so schnell verstummen.


