Trabzonspor

Ahmet Agaoglu: “Illegales Streaming und illegale Wettspiele sind gleichzusetzen mit Landesverrat!”

Trabzonspor-Klubchef Ahmet Agaoglu äußerte sich als Hauptgast der Sendung “beUNITED” auf “beIN SPORTS” zu den aktuellen Themen rund um den türkischen Fußball. Der Vereinsboss der Bordeauxrot-Blauen nutzte die Gunst der Stunde, indem er sich vor allem auf die Ereignisse hinter den Kulissen bei Trabzonspor im Titelrennen der vergangenen Saison bezog. Dabei stellte Agaoglu zusätzlich den Schiedsrichterausschuss MHK und die Umsetzung des Videobeweises in der türkischen Süper Lig an den Pranger. GazeteFutbol fasst zusammen! Ahmet Agaoglu über …

… die Kritik am Trabzon-Vorstand trotz erfolgreicher Jahre

“Der jetzige Vorstand und meine Wenigkeit sind nun drei Jahre im Amt. In diesen drei Jahren gewannen wir den türkischen Pokal sowie den Supercup. Wir waren noch vor vier Jahren ein Verein, dessen Pokale im Museum verpfändet wurden. Deshalb müssen wir zunächst auf dem Boden der Tatsachen bleiben.”

… den Schuldenstand von Trabzonspor

“Wenn Trabzonspor Einnahmen in Höhe von 100 generiert, erwirtschaften Galatasaray und Fenerbahce jeweils 400, Besiktas dagegen 350. Wir haben Verbindlichkeiten in Höhe von 850-860 Millionen Lira, während bei den anderen Großklubs von drei bis vier Milliarden Lira die Rede ist. Nach dem jetzigen Stand schuldet mein Verein keiner Person Geld. Es handelt sich lediglich um Verbindlichkeiten an Banken. Die Spieler erhalten ihre Gehälter regelmäßig zu Beginn eines Monats. Des Weiteren halten wir auch bei den Prämien immer die Fristen ein. Vor unserer Zeit betrugen die Schulden an Beraterkommissionen 17-18 Millionen Euro. Momentan kostet uns der gesamte Spielerkader 17 Millionen Euro.”

… die Angebote aus Europa für Kapitän und Schlussmann Ugurcan Cakir

“Nach jedem Angebot setzen wir uns mit ihm zusammen und bewerten die Konditionen aus Vereins- sowie Spielersicht. Bislang gab es keine Offerte, die er angenommen hat. Er ist der Meinung, dass die bisherigen Zahlen nicht seinem Wert entsprechen. Deshalb lagen insbesondere die Angebote in der vergangenen Saison rund 30 Prozent unter unseren Erwartungen.”

… die Ereignisse hinter den Kulissen bei Trabzonspor in der vergangenen Saison

“Es gibt rund sechs bis sieben Gründe dafür, wieso wir in der Saison 2019/2020 nicht Meister geworden sind. Ein Grund ist sicherlich der Trainerstab. Zudem endete die Saison nicht gemäß der Stärke der Klubs. Im Hintergrund kamen weitere Faktoren hinzu. Als wir uns darüber äußerten, wurden wir vom Verband bestraft. Bei Hüseyin Cimsir sehe ich keine große Schuld. Mit allen anderen Trainern hätten wir sicherlich dieselben Probleme gehabt.”




… die Kritik gegen den Schiedsrichterausschuss MHK und den Videobeweis

“Wie viele Vorstände wurden in den vergangenen zwei Jahren in diesem Ausschuss ausgewechselt? Hat sich die Kritik reduziert? Ich denke nicht. Hier gibt es ganz klar systematische Mängel. Man wechselt dauernd die Steckdose, obwohl es keinen Strom gibt. Die Klubs müssen endlich aufhören bei der Zusammenstellung dieser Gremien ihre eigenen Männer zu platzieren. Deshalb muss es Wahlen geben. Des Weiteren passt die Umsetzung vom Videobeweis vorne und hinten nicht. Die VAR-Protokolle werden alle 15 Tage geändert. Wir haben kein festes Regelwerk. Ein Ellenbogenschlag, der vor zwei Wochen mit einem Platzverweis geahndet wurde, ist in der Folgewoche plötzlich nicht einmal eine Verwarnung wert. So kann es nicht weitergehen.”

… illegale Wettspiele und illegales Streaming

“Der Landessport hat zwei wesentliche Einnahmequellen. Ersteres ist sicherlich das Wettspiel. In unteren Ligen generiert diese Rubrik rund 80-90 Prozent aller Einnahmen. Ich hatte mich zuvor klar und deutlich ausgedrückt. Illegale Wettspiele sind meiner Meinung nach gleichzusetzen mit Landesverrat. Die größte Einnahmequelle im Sport wird so über bestimmte Kanäle blockiert. Hier handelt es sich um finanzielle Gelder, mit denen gewährleistet werden kann, das Jugendliche Sport betreiben. Dasselbe gilt für illegales Streaming. Trabzonspor erhält beispielsweise 60 Prozent seiner Einnahmen von beIN SPORTS. Fans, die Gebrauch von solchen Medien machen, dürfen uns nicht dafür anprangern, wieso wir den einen oder anderen Spieler nicht verpflichten. Wenn der TV-Sender für die Übertragungen Geld verliert, dann tun wir das auch.”


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