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Home»Fenerbahce»Salih Ucan: „Rom-Zeit war ein Verlust für mich!″
Fenerbahce 13. November 2018

Salih Ucan: „Rom-Zeit war ein Verlust für mich!″

Von M. Cihad Kökten07 Minuten Lesezeit
AS Rom Cengiz Ünder FC Empoli FC Sion Fenerbahce Rudi Garcia Salih Ucan
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Lange Zeit galt er als DER Hoffnungsträger der Nation und von Fenerbahce. Die Rede ist von Salih Ucan, welcher bereits nach zwei Spielzeiten bei Fenerbahce die Aufmerksamkeit des italienischen Top-Klubs AS Rom erregte und sich zur Saison 2014/15 in die italienische Hauptstadt begab. Bei den Gelb-Marineblauen erreichte der jetzt 24-Jährige nach seinem Transfer von Bucaspor für eine beträchtliche Summe von 1,55 Millionen Euro unter anderem den Halbfinaleinzug in der UEFA Europa League sowie den Gewinn der türkischen Meisterschaft. Beim Hauptstadtklub hatte er dann nach einem Leistenbruch diverse Schwierigkeiten, sich im Roma-Mittelfeld um Miralem Pjanic, Radja Nainggolan, Daniele De Rossi, Kevin Strootman und Francesco Totti durchzusetzen. Am Ende seiner Zeit bei der „La Maggica″ sprangen für den Kreativkopf nur zehn Einsätze und zwei Vorlagen heraus, was deutlich unter den Erwartungen lag. Nach seiner Rückkehr zum Klub aus Kadiköy versuchte er ein Jahr darauf sein Glück beim FC Sion in der Schweiz. Bei den Rot-Weißen spielte der ehemalige türkische Juniorennationalspieler 20 Mal, erzielte dabei zwei Tore und legte vier weitere Treffer vor. Und nun ist der einstige Wuschelkopf für ein Jahr von Fenerbahce an den FC Empoli nach Italien ausgeliehen, wo er bislang erst auf drei Kurzeinsätze (119 Minuten) kam und einmal als Joker traf. Einige Fenerbahce-Fans erwarten noch den großen Durchbruch Ucans und verfolgen den Werdegang des offensiven Mittelfeldspielers weiter. Die Nachrichtenagentur „Demirören Haber Ajansi″ besuchte Ucan in Italien bei seinem derzeitigen Arbeitgeber Empoli und durchlöcherte den Youngster mit vielen Fragen.

Salih Ucan über sein neues Leben in Empoli:

„Nun sind es drei Monate geworden, seitdem ich hier bin. Auch aufgrund meiner Zeit bei der Roma fiel es mir um ehrlich zu sein nicht schwer mich einzugewöhnen. Empoli ist im Vergleich mit Istanbul oder Rom auch eher klein. Meine Mannschaftskollegen haben mich sehr herzlich aufgenommen. Schwierigkeiten mit der italienischen Sprache sind auch nicht vorhanden. Ich habe nach meinem sechsten Monat beim AS Rom keinen Dolmetscher mehr benötigt gehabt und ich finde, dass mein Italienisch derzeit ausreichend ist. Man lernt jeden Tag neue Wörter dazu, aber ich nehme keinen zusätzlichen Unterricht. Klar will man die Sprache perfekt sprechen können, aber noch ist nicht klar, wo ich nächste Saison spielen werde, deshalb lasse ich mir da noch etwas Zeit. […] Auch an meinem Image habe ich Änderungen vorgenommen. Ich habe meine Haare kürzer schneiden lassen, obwohl ich seit meiner Kindheit lange und lockige Haare hatte. Einige hatten mir gesagt, dass ich mit meiner Frisur jünger ausgesehen habe und so habe ich sie schneiden lassen. […] Zuerst hatte ich in einem Hotel gewohnt, aber habe jetzt ich vor ungefähr einem Monat eine Wohnung gefunden. Ich koche selber und muss mich auch um meine Wäsche kümmern. Manchmal esse ich dann doch draußen, aber ernähre mich gesund, denn das ist als Sportler sehr wichtig. Mit den Teamkollegen unternehmen wir von Zeit zu Zeit auch etwas, aber die Ergebnisse sind auch ein wichtiger Bestandteil dafür, dass man gemeinsam Zeit verbringt. Noch sind die Umstände nicht optimal, aber wenn die Ergebnisse wieder stimmen, werden wir wahrscheinlich außerhalb des Platzes noch mehr Zeit miteinander verbringen.″

… über die verschiedenen Erfahrungen und Unterschiede in den Ligen:

„Ich spiele zurzeit in Italien und bin mir im Klaren, dass es eine etwas härtere Liga ist. Aber wenn man weiß, wie man zu stehen und zu spielen hat, muss man keinen harten Zweikampf führen. In Italien legt man sehr viel Wert auf Taktik, Disziplin und Verteidigung. In der Schweiz hatte man beispielsweise viel mehr Freiraum. Es kommt aber auch auf die Mannschaft an. Als ich mit Bucaspor spielte wurde uns gegen große Mannschaften gesagt, dass wir abwarten und bei Ballgewinn einen schnellen Konter fahren sollen. Bei Fenerbahce war das gegen Klubs aus Anadolu teilweise auch der Fall.″

… über seinen Wechsel von Fenerbahce zum AS Rom:

„Ich kann mich daran erinnern, als sei es gestern gewesen. Ich hatte in meiner ersten Saison bei Fenerbahce erst zur zweiten Saisonhälfte genügend Einsatzzeiten, als wir dann den Pokal gewannen und das Halbfinale der Europa League erreicht haben. Aykut Kocaman hatte mir sein Vertrauen geschenkt. Ich war bereits im Kopf mit den Planungen für die nächste Saison beschäftigt, als bekannt wurde, dass Ersun Yanal das Amt übernimmt. Wir hatten eine richtig gute Mannschaft unter ihm, aber ich spielte nicht so oft. In der Wintertransferperiode kam von Sportdirektor Walter Sabatini zum ersten Mal eine Anfrage aus Rom, er wurde durch die Spiele in Europa auf mich aufmerksam. Präsident Aziz Yildirim sagte, dass er aufgrund der bevorstehenden Meisterschaft keinen Spieler abgeben möchte und der Deal scheiterte. Am Ende der Saison klopfte Rom erneut an, da sie merkten, dass ich wenige Einsatzzeiten bekam. Yildirim wollte wieder nicht, aber ich bestand auf den Wechsel.“

… über seine Zeit beim AS Rom:

„Ich will nicht sagen, dass es falsch war nach Rom zu wechseln, aber es war aufgrund der wenigen Einsatzzeiten eine verlorene Zeit für mich. Sie wollten mich unbedingt, obwohl sie eine gut besetzte Mannschaft hatten. Coach Rudi Garcia spielte aber stets mit der gleichen Mannschaft, egal in welchem Wettbewerb, so dass ich fast nie zum Zug kam. In meiner zweiten Saison habe ich gesagt, dass ich wegen den wenigen Spielminuten per Leihe wechseln will, um stärker zurückzukehren. Der AS Rom sagte, dass dies nur in Italien passieren sollte und nicht woanders. Yildirim wollte mich zurück nach Istanbul, aber das wollte Rom nicht. Wäre ich in meiner zweiten Saison zu einem anderen Klub transferiert worden, hätte meiner Meinung nach alles anders kommen können. Mein damaliger Kollege Leandro Parades durfte beispielsweise wechseln und steht jetzt deutlich besser da.″

… über seinen neuen Klub FC Empoli:

„Man muss bei solchen Klubs durch gute Leistungen glänzen und sich verbessern. Das Wichtigste ist, der Mannschaft zu helfen und den Abstieg in die Serie B zu verhindern. Jetzt haben wir einen neuen Trainer und müssen schauen wohin das führt. Manchmal ist das für eine Mannschaft gut und manchmal eher weniger. Wenn eine Mannschaft nicht funktioniert, dann wird meistens der Coach weggeschickt, da man nicht auf einmal 25-30 Spieler vor die Tür setzen kann. Ich schaue immer von Spiel zu Spiel. Beispielsweise habe ich gleich eine Einheit, in der ich versuchen werde der Beste zu sein. Früher hatte ich mir immer langfristige Ziele gesetzt. Ich werde mein Bestes geben und schauen wohin das am Ende führt.″

… über die jetzige Lage von Fenerbahce:

„Das ist eine kritische Frage. Es ist nicht leicht nach so vielen Zugängen und Abgängen. Wir einheimischen Spieler geben eigentlich unser Bestes, damit die ausländischen Spieler sich so schnell wie möglich wie zuhause fühlen. Trotzdem ist es nicht ganz so einfach. Mit der Zeit wird das schon besser bei Fenerbahce. […] Ich habe die Fans sehr vermisst. Ich habe meine Jugend und meine schönsten Erinnerungen mit ihnen erlebt. […] Das Meisterschaftsjahr unter Coach Yanal war sehr schön. Die Mannschaft war auf allen Positionen doppelt besetzt. Die Ergebnisse haben auch gestimmt und der Coach hat uns echt gut trainieren lassen. Wir waren meistens zum Ende der ersten Halbzeit schon mit 3:0 oder so in Führung.″

… über die Nationalmannschaft und Cengiz Ünder:

„Die Kollegen, mit denen ich in der Jugend in der Nationalmannschaft gespielt habe, sind nun feste Bestandteile des Teams. Ich hatte letztes Jahr zumindest für ein Vorbereitungsspiel auf eine Einladung gehofft, doch ich gebe nicht auf. […] Mit Cengiz Ünder sind wir oft in Kontakt. Er ist in einem fabelhaften Zustand und ich hoffe, dass er noch erfolgreicher werden wird. Aber nicht nur mit Ünder, auch mit Hakan Calhanoglu und Emre Can bin ich in Kontakt.″

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