Buruk: „Wir haben zu wenig produziert“ – und ärgert sich über das aberkannte Tor
Im Gespräch mit beIN SPORTS erklärte Okan Buruk, er habe personell rotiert und „mit ausgeruhten Spielern“ starten wollen. Die erhoffte Frische habe er jedoch nicht gesehen. „Als Team hatten wir keinen guten Tag. Wir haben spielerisch zu wenig produziert“, sagte Buruk. Den größten Ärger löste für ihn die Szene aus der zweiten Halbzeit aus: „Nach der Aberkennung meines Tores in der zweiten Halbzeit. Wir haben ein reguläres Tor geschossen. Das ist ganz klar. Egal, was andere sagen.“
Buruk legte nach und griff den gesamten Ablauf an: „Dieses Tor als Abseits zu werten und den VAR zu diesem Tor hinzuzuziehen, ist eine große Farce. Das anzuschauen und zu werten, ist eine große Farce.“ Zudem verwies er auf Aussagen aus der Verbandsspitze und richtete einen harten Satz an die Verantwortlichen: „Diese Position als Abseits zu werten, ist eine Schande für den Fußball. Auch heute Abend war es eine Schande.“
Selbstkritik trotz VAR-Wut: „Wir haben verloren, weil wir nicht wie Galatasaray gespielt haben“
Trotz der deutlichen Worte betonte Buruk, dass die Niederlage nicht ausschließlich an Entscheidungen gelegen habe. „Ich gratuliere Konyaspor. Ich möchte unseren Gegner beglückwünschen. Wenn wir gut genug gewesen wären, hätten wir auch ohne die beiden Tore gewonnen“, sagte er. Entscheidend sei aus seiner Sicht ein „kritischer Fehler“, besonders bei 0:0. „Wir haben verloren, weil wir nicht wie Galatasaray gespielt haben. Ein trauriger Fehler für uns.“
Buruk ging sogar so weit, die Erwartung an sein Team trotz aller Umstände klar zu formulieren: „Auch wenn der Schiedsrichter schlecht gepfiffen hat und alles gegen uns gemacht hat, hätten wir gewinnen müssen. Wir müssen von nun an alles berücksichtigen. Wir müssen besser werden, um zu gewinnen.“
Osimhen fehlt, Icardi angeschlagen: Buruk erklärt die Angriffsprobleme
Ein weiterer Punkt war die Personallage in der Offensive. Buruk nannte die Abwesenheit von Osimhen als „entscheidend“. Zudem sei Mauro Icardi erst „in letzter Minute“ spielfähig geworden. Er habe das Training am Vortag wegen „Verspannungen im Rücken und Nacken“ abgebrochen, weshalb bis kurz vor Anpfiff offen gewesen sei, ob er spielen könne.
Buruk schilderte außerdem die Spielbedingungen: Der Platz sei „in einem sehr schlechten Zustand“, Pässe seien schwer zu spielen, viele Spieler seien ausgerutscht. Seine Mannschaft habe kaum Läufe hinter die Abwehr hinbekommen und insgesamt zu wenig Druck erzeugt. „In der zweiten Halbzeit haben wir zwei Torschüsse abgegeben. Wir hätten mehr Druck auf das gegnerische Tor ausüben müssen“, sagte Buruk und sprach von fehlender Produktion im „dritten Bereich“ als zentralem Grund für die Niederlage.
Pressekonferenz in Konya: „Im Jahr 2026 nur in der Türkei möglich“
Auch auf der Pressekonferenz im Konya Büyüksehir Stadion blieb Buruk bei seiner Linie. Er gratulierte Konyaspor zum Sieg und betonte, seine Mannschaft habe in der ersten Halbzeit kaum Chancen zugelassen. Für die zweite Halbzeit sah er eine gute Phase „bis zu unserem Tor“, das aus seiner Sicht regulär gewesen sei. Buruk sagte, sowohl auf Empfehlung des VAR als auch „nach Ansicht von Referee Atilla Karaoglan“ sei ein regulärer Treffer aberkannt worden.
Dann folgte der nächste Angriff auf die Entscheidung: Ein nicht gegebenes Tor, das einen komfortablen Sieg gebracht hätte, sei wegen „zweier Schiedsrichterfehler“ aberkannt worden. Buruk verwies erneut auf die zeitliche Einordnung: Wenn so etwas 1990 passiert wäre, hätte man vielleicht auf Abseits entschieden, „aber jetzt schreiben wir das Jahr 2026“. Sein Fazit: „Ich denke, dass eine solche Torabnahme in einer solchen Situation im Jahr 2026 wirklich nur in der Türkei möglich ist. Wir haben wieder einmal etwas Neues erreicht.“
Wechsel und Icardi: „Nicht 100 Prozent fit“
Auf eine Frage zu den Auswechslungen erklärte Buruk, Mauro Icardi habe eine Rückenverletzung, sich aber gut gefühlt, deshalb habe er ihn gebracht. Der Stürmer sei jedoch „mit einer Spritze“ ins Spiel gegangen. „Da wir gesehen haben, dass er nicht 100 Prozent fit war, haben wir ihn ausgewechselt“, sagte Buruk und räumte ein, dass auch die eingewechselten Spieler im Angriff nicht den gewünschten Beitrag liefern konnten.
Mitternachts-Botschaft am Flughafen: „Wir werden wieder gemeinsam Erfolg haben“
Nach der Rückkehr richtete sich Okan Buruk um Mitternacht an die Fans, die am Flughafen auf die Mannschaft warteten. Seine Botschaft war auf Zusammenhalt ausgerichtet: „Wir werden wieder gemeinsam Erfolg haben. Was auch immer sie tun, wir werden gemeinsam Erfolg haben.“ Gleichzeitig wiederholte er die zentrale Selbstkritik: Man habe verloren, weil man „nicht wie Galatasaray“ gespielt habe, und verwies erneut auf den „kritischen Fehler“ bei 0:0.
Sara: „Wir müssen Verantwortung übernehmen“ – Ugurcan Cakir blickt auf die restlichen 11 Spiele
Auch Spieler äußerten sich nach dem Spiel. Gabriel Sara sagte: „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde. Sie wollten es mehr. Sie wollten gewinnen und haben es verdient. Das Spiel spricht für sich. Es ist schwer zu beschreiben…“ Gleichzeitig forderte er eine klare Reaktion: „Wir müssen Verantwortung übernehmen und es besser machen. Wir müssen am Mittwoch und Samstag sehr gute Spiele machen, aus unseren Fehlern lernen und mit Siegen weitermachen.“
Ugurcan Cakir sah die Niederlage als Warnsignal für die Konzentration: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Bälle verloren. Wir waren nicht voll konzentriert.“ Er lobte die Motivation des Gegners und richtete den Blick nach vorn: „Wir werden den Kopf hochhalten und weitermachen. Wir haben nur unseren Vorsprung verloren. Es sind noch elf Spiele übrig, wir wollen alle Spiele mit der Konzentration eines Juventus-Spiels spielen und am Ende der Saison Meister werden.“
Galatasaray zwischen Wut und Pflicht zur Reaktion
Das 0:2 bei Konyaspor hinterlässt bei Galatasaray einen Abend voller Kontraste: harte VAR-Kritik, aber auch deutliche Selbstkritik und das klare Ziel, sofort zu antworten. Buruks Worte zeigen die Emotion – die Aussagen der Spieler den Anspruch. Entscheidend wird sein, ob Galatasaray aus diesem Spiel die Konsequenzen zieht, die es braucht, um wieder wie ein Meisterschaftsanwärter aufzutreten.


