Galatasaray

Galatasaray: Welche auslaufenden Spielerverträge werden verlängert?

Kommt es zum großen Kaderumbruch beim Rekordmeister? Bei Galatasaray laufen gleich acht Spielerverträge aus. Die „Löwen“ müssen abwägen, welche Akteure bleiben beziehungsweise, wen man finanziell überhaupt halten kann. Der aktuell Tabellendritte der Süper Lig muss eine sportliche Kosten-Nutzen-Analyse samt Kalkulation für die kommende Saison durchführen. Bei diesen acht Spielern des 22-maligen türkischen Meisters enden die aktuellen Verträge offiziell am 30. Juni:

Ryan Donk: Der 34-jährige Abwehrmann ist seit sieben Jahren in der Türkei. Nach guten Leistungen bei Kasimpasa wurde Stadtrivale Galatasaray auf den Niederländer aufmerksam und verpflichtete den Innenverteidiger im Winter 2015 für 2,5 Millionen Euro. Nur sieben Monate später verlieh man ihn zunächst für eine Spielzeit nach Spanien zu Betis Sevilla, ehe er wieder zurückkehrte und zu einem festen Bestandteil der Mannschaft insbesondere unter Coach Fatih Terim wurde. Für die Gelb-Roten lief Donk 115 mal auf. Er erzielte hierbei sechs Treffer und legte acht weitere vor. Trotz seines Alters werden die “Löwen” den Vertrag mit dem 23-maligen Juniorennationalspieler der Niederlande wohl verlängern, da er auf dem Platz immer konstant seine Leistungen zeigt und sich auch wenn er nicht spielen sollte, weiß fit zu halten.

Yuto Nagatomo: Der Japaner wurde als einziger Neu-Transfer zu Beginn der vierten Amtszeit von Terim vorgestellt und überzeugte sofort. Nach knapp sieben Jahren beim italienischen Topklub Inter Mailand zog es Nagatomo nach Istanbul. Galatasaray ließ sich die Dienste des 33-jährigen Außenverteidigers samt der Leihgebühr für ein halbes Jahr im Vorfeld 3,5 Millionen Euro kosten. Am Bosporus spielte er 65 mal im Dress der Gelb-Roten, wo er drei Tore erzielen und sieben weitere auflegen konnte. Der 122-malige Nationalspieler wurde nach einer eher schwachen Hinrunde in dieser Spielzeit aussortiert und erhielt keine Spielberechtigung für die Rückrunde. Einen Verein konnte Nagatomo in dieser kurzen Zeit allerdings nicht finden, so dass er noch bei den Istanbulern unter Vertrag steht. Nach Ablauf seines Vertrages wird sich der Linksverteidiger wohl ein neues Abenteuer suchen, da er in den Planungen seines Trainers, trotz guten Verhältnisses, keine Rolle mehr spielt.

Mariano: Bei Nagatomos Kollegen auf der rechten Abwehrseite ist die Sache ein wenig komplizierter. Der Brasilianer stieß ein halbes Jahr vor dem Japaner zur Mannschaft – noch unter Ex-Trainer Igor Tudor – und überzeugte von Anfang an. Für die Ablöse des 33-jährigen musste man 4,5 Millionen Euro an den FC Sevilla zahlen. Nach einer schwachen Hinrunde in der laufenden Spielzeit, sollte der Rechtsverteidiger auch zunächst ausgemustert werden, aber Terim entschied sich dann doch zugunsten von Mariano. Dafür bedankte sich der Außenverteidiger bei seinem Übungsleiter und legte gleich fünf Treffer in den ersten acht Wochen nach Rückrundenstart vor. In der ersten Hälfte der Saison hatte der brasilianische Nationalspieler im Vergleich keinen einzigen Scorerpunkt verbuchen können, was nun den Vorstand und Terim vor ein großes Problem stellt. Verlängern oder nicht?

Mario Lemina: Den 26-jährigen Mittelfeldspieler würde Terim sicherlich am meisten behalten wollen. Der Gabuner spielt mit viel Leidenschaft und Einsatz. Er ist sozusagen die Säule des Galatasaray-Mittelfelds und ist mit seinen Zweikampf- und Laufquoten immer im Fokus und weiß stets zu überzeugen. So einen möchten weder die Fans noch der Trainerstab verlieren. Aber seine Kaufoption sprengt wohl den finanziellen Rahmen, auch wenn man sich für die UEFA Champions League qualifizieren sollte. Diese beträgt nämlich beachtliche 16 Millionen Euro, welche an den FC Southampton entrichtet werden müssten. Vielleicht kann der Vorstand um Präsident Mustafa Cengiz erneut ein Leihgeschäft mit dem Premier League-Klub erzielen. In dieser Saison stand Lemina 25 mal auf dem Platz und erzielte einen Treffer.

Jean Michael Seri: Das gleiche gilt wohl auch für seinen Mittelfeldkollegen Seri. Der 28-jährige wurde vom FC Fulham lediglich für eine Saison ausgeliehen und konnte am Anfang nicht sonderlich überzeugen. Mit dem Rückrundenbeginn wusste er sich aber mit seinem Spielverständnis in die Herzen der Fans und seines Trainers Terim zu spielen. In 29 Spielen gelangen dem Ivorer ein Treffer und drei Assists. Die Kaufoption beim zentralen Mittelfeldspieler liegt mit 18 Millionen Euro sogar zwei Millionen Euro über dem von Lemina. Wenn Galatasaray wider Erwarten tatsächlich um die 15-20 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollten, würde man sich wahrscheinlich eher für Lemina entscheiden, da dieser zwei Jahre jünger ist und zwei Millionen Euro weniger kosten würde. Allerdings könnte man auch mit dem englischen Zweitligisten FC Fulham ein erneutes Leihgeschäft vereinbaren.

Selcuk Inan: Der einst unumstrittene Kapitän hat seit knapp zwei Jahren einen schweren Stand beim Rekordmeister. Im Team ist Inan schon seit über neun Jahren und die letzte Vertragsverlängerung war im letzten Jahr. Dies gilt nur für eine weitere Spielzeit. Es ist durchaus möglich, dass Terim seinen einstigen Lieblingsschüler bei Galatasaray und der Nationalmannschaft als Backup für eine weitere Spielzeit im Kader haben möchte. Allerdings müsste der 35-jährige Mittelfeldspieler wohl gewisse Abstriche bei seinem Gehalt hinnehmen. Sonst würde auch diese Option wohl wegfallen. In dieser Spielzeit reichte es beim 62-maligen Nationalspieler bislang nur zu elf Einsätzen, in denen er keine Scorerpunkte verbuchen konnte. Auch die Spielgestaltung an sich lässt zu wünschen übrig und wird von den Fans permanent kritisiert.

Henry Onyekuru: Nach einer erfolgreichen Spielzeit mit 16 Treffern und sechs Assists in 44 Begegnungen bei den Gelb-Roten, zog es Onyekuru von seinem eigentlichen Verein dem FC Everton für eine Ablösesumme in Höhe von 13,5 Millionen Euro zum AS Monaco. Bei den Monegassen spielte er in den Planungen seines Trainers keine Rolle, so dass er zur Rückrunde an Galatasaray verliehen wurde. Unter Terim stand er dann gleich wettbewerbsübergreifend in neun Partien auf dem Platz. In diesen Begegnungen erzielte der 22-Jährige den so wichtigen Siegtreffer auswärts beim Erzrivalen Fenerbahce und legte zwei weitere vor. Sein Marktwert beträgt derzeit acht Millionen Euro. Eine Summe, die realistischer zu handhaben ist als die von Lemina oder Seri. Allerdings haben die “Löwen” keine Kaufoption. Trotzdem ist ein weiteres Leihgeschäft oder eine feste Verpflichtung tatsächlich möglich.

Florin Andone: In elf Spielen konnte der 26-jährige Rumäne zwei Treffer erzielen. Doch soll diese Statistik nicht irritieren, denn Andone war eine sehr lange Zeit verletzt und muss erst wieder an die Zeit vor seinem Ausfall anknüpfen. Allerdings wird das mit dem Coronavirus und dem auslaufenden Leihgeschäft im Sommer wohl eher nichts. Die Fans und auch Terim waren mit seinen Leistungen bis zu seiner Verletzung durchaus zufrieden. Sein Marktwert beträgt lediglich 3,2 Millionen Euro. Daher scheint eine feste Verpflichtung möglich oder zumindest ein erneutes Leihgeschäft. Bei seinem eigentlichen Klub Brighton & Hove Albion spielt er in den Planungen von Graham Potter nämlich keine Rolle.

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M. Cihad Kökten

M. Cihad Kökten

1 Kommentar

  1. Avatar
    9. April 2020 um 8:01

    Donk, Lemina, Onyekuru und Andone sollten wir halten.

    Donk ist wirklich noch mega fit für sein Alter… Lemina ist einfach Killer, wobei man sagen muss, dass er häufig verletzt ist… Onyekuru ist einfach Onyekuru.. Könnte aber teuer werden… PSV plant angeblich nicht mehr mit Bruma. Da munkelt man auch, dass er zurück kommen könnte… Und Andone ist wirklich gut für die Süper Lig. Teuer ist er auch nicht. Die anderen Spieler sollte man mit billigen und jungen Spielern ersetzen…