Am dritten Spieltag der UEFA Champions League-Ligaphase hat Galatasaray einen furiosen Auswärtserfolg gefeiert und im Stade Pierre-Mauroy beim französischen Vertreter OSC Lille mit 4:2 triumphiert. Nach den bitteren Auftaktniederlagen in der Königsklasse sicherte sich die Mannschaft von Cheftrainer Okan Buruk damit ihre ersten drei Punkte der laufenden Europapokal-Saison. In einer hochgradig unterhaltsamen Begegnung, die nach den ersten 45 Minuten mit einem 2:2-Unentschieden in die Halbzeitpause gegangen war, bewiesen die Gelb-Roten offensive Klasse und Durchschlagskraft. Gleichzeitig glückte den Türken im allerersten Aufeinandertreffen mit Lille im 23. Europapokalspiel gegen eine französische Mannschaft der achte Sieg.
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Historischer Blitzstart durch Yunus Akgün und munterer Schlagabtausch
Die Partie begann mit einem historischen Rekord: Bereits in der 2. Spielminute drang Baris Alper Yilmaz über die linke Flügelseite vor und schlug den Ball in das Zentrum. Die Abwehr der Gastgeber konnte nicht entscheidend klären, sodass Yunus Akgün das Leder aufnahm und mit einem wuchtigen Abschluss zur 1:0-Führung vollendete. Mit exakt einer Minute und fünf Sekunden ging dieser Treffer als das bisher schnellste Tor von Galatasaray in der Geschichte der Königsklasse in die Annalen ein. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn bereits in der 7. Minute bediente Alexsandro seinen Mitspieler Soriba Diaoune mit einem Pass hinter die Abwehrkette; dieser umspielte Torhüter Ugurcan Cakir und schob aus spitzem Winkel zum 1:1 ein. Cakir verhinderte in der 24. Minute bei einem weiteren Kopfball von Diaoune mit einer Glanzparade einen Rückstand. In der 27. Minute entschied Schiedsrichter Rade Obrenovic nach einem Zweikampf zwischen Victor Osimhen und Ex-Gala-Keeper Berke Özer zunächst auf Elfmeter, nahm die Entscheidung nach Konsultation des VAR jedoch wieder zurück. Lille drehte die Partie in der 39. Minute, als Hakon Haraldsson nach einem parierten Schuss von Dilane Bakwa den Ball festmachte und erneut Diaoune bediente, der zum 2:1 traf. Kurz vor der Pause schlug Galatasaray jedoch zurück: Nach einer präzisen Flanke von Roland Sallai köpfte der 21-jährige Aleksey Batrakov in der 44. Minute eiskalt zum 2:2-Ausgleich ein.

Eigentor bringt die Führung – Osimhen macht den Sack zu
Auch nach dem Seitenwechsel behielten die Istanbuler den Fuß auf dem Gaspedal. In der 52. Minute schlug Gabriel Sara eine Ecke von der rechten Seite an den kurzen Pfosten. Dort kam Lucas Torreira zum Kopfball, von wo das Leder unglücklich von Nabil Bentaleb abgefälscht wurde und zur 3:2-Führung für die Gäste im Netz landete. Die endgültige Vorentscheidung fiel in der 61. Minute: Nach einem Zuspiel von Yilmaz nahm Osimhen den Ball am Strafraumbogen auf und drängte in den Sechzehner, um mit einem wuchtigen Schuss das 4:2 zu erzielen. Für den 27-jährigen Stürmer war es der erste Champions-League-Treffer der Saison, nachdem er in der Süper Lig bereits sechs Tore verbucht hatte; aus Respekt vor seinem ehemaligen Arbeitgeber verzichtete der Nigerianer auf Jubelgesten. In der Schlussphase wechselte der Trainerstab frische Kräfte ein: Akgün machte in der 76. Minute Platz für Leroy Sané, während Ilkay Gündogan und Deniz Gül in der 84. Minute für Batrakov und Osimhen kamen.

Fluch gebrochen: Erster Sieg in Frankreich seit 25 Jahren
Mit dem 4:2-Auswärtserfolg beendete Galatasaray eine langwierige Durststrecke in der „Königsklasse“. Zuletzt hatte der Klub am 5. November 2025 gegen Ajax Amsterdam gewonnen und musste danach Niederlagen gegen den AS Monaco, Manchester City, den FC Liverpool, Juventus Turin und Sporting Lissabon hinnehmen. Zudem feierte der türkische Traditionsklub den ersten Auswärtssieg auf französischem Boden seit dem 26. September 2001 (damals 1:0 gegen den FC Nantes). Gleichzeitig trug sich die Buruk-Elf als erste türkische Mannschaft überhaupt in die Geschichtsbücher ein, der vier Tore in einem Auswärtsspiel gegen einen französischen Klub im Europapokal der Landesmeister beziehungsweise der Champions League gelangen. Am nächsten Spieltag empfängt der Verein am Dienstag, dem 3. November, im heimischen RAMS Park den deutschen Bundesligisten VfB Stuttgart.
Aufstellungen
OSC Lille: Özer – Goffi (63. Kouassi), Ngoy, Ribeiro, Verdonk – Mukau (63. Giroud), Bentaleb (75. Önal), Andre (63. Kjaergaard), – Bakwa, Diaoune (75. Perrin), Haraldsson
Galatasaray: Cakir – Sallai, Sanchez, Bardakci, Jakobs – Torreira, Sara (62. Lemina), Akgün (76. Sane), Batrakov (85. Gündogan), Yilmaz (76. Elmali) – Osimhen (84. Gül)
Tore: 0:1 Akgün (2.), 1:1 Diaoune (7.), 2:1 Diaoune (39.), 2:2 Batrakov (44.), 2:3 Bentaleb (52./ET), 2:4 Osimhen (61.)
Gelbe Karten: Bentaleb, Andre, Perrin (Lille) – Jakobs (Galatasaray)



