Trabzonspor hat mit dem 3:1 bei Zecorner Kayserispor den dritten Ligasieg in Folge eingefahren, doch nach dem Schlusspfiff war bei Trainer Fatih Tekke nicht nur Zufriedenheit zu spüren. Der Coach lobte zwar die drei Punkte und den insgesamt verdienten Auftritt, störte sich aber deutlich an der Phase nach dem dritten Treffer. Aus seiner Sicht verlor die Mannschaft zu früh die nötige Ernsthaftigkeit und ließ den Gegner dadurch wieder ins Spiel kommen. Genau dieser Punkt brachte ihn nach der Partie hörbar auf.
Tekke kritisiert den Bruch nach dem 3:0
Der Trabzonspor-Trainer machte klar, dass ein Spiel auch in Überzahl und bei klarer Führung nicht einfach verwaltet werden dürfe. „Es ist nicht einfach, mit zehn Mann gegen Trabzonspor zu spielen. Beim 3:0 standen wir vor einem Dilemma zwischen Spielkontrolle und Kontrolle des Ergebnisses„, sagte Tekke. Danach wurde er noch deutlicher. Seine Mannschaft habe nach dem dritten Tor aufgehört, sauber weiterzuspielen, und den Gegner mit einfachen Ballverlusten wieder aufgebaut.
Besonders der letzte Abschnitt der Partie missfiel ihm. „Wir haben den Gegner mit sehr einfachen Ballverlusten wiederbelebt. Im letzten Teil des Spiels konnten wir das Mittelfeld nicht überqueren. Das ist nichts, was einer von uns akzeptieren kann„, erklärte Tekke. Für ihn ist es ein grundlegender Fehler, schon vor dem Schlusspfiff in den Modus des Verwalten-Wollens zu schalten. „Es ist nicht richtig, die Vorstellung bereits gewonnen zu haben einzubringen, bevor das Spiel vorbei ist. Das ist kein Witz„, sagte er.
Der Blick geht sofort zu Caykur Rizespor
Trotz des dritten Sieges in Serie wollte Tekke keine große Selbstzufriedenheit aufkommen lassen. Stattdessen richtete er den Fokus sofort auf die nächste Aufgabe. „Jetzt haben wir ein Caykur Rizespor-Spiel vor uns, wieder sehr schwierig. Jedes Spiel wird in der letzten Saisonphase schwieriger„, erklärte der Coach. Trabzonspor müsse in vielen Bereichen noch zulegen, vor allem bei Bereitschaft, Konsequenz und kollektiver Disziplin.
Für Tekke ist klar, dass die Mannschaft Fehler macht, sobald sie zu stark ins Individuelle abdriftet. Genau darüber habe er mit seinen Spielern bereits gesprochen. Seine Forderung ist eindeutig: mutig bleiben, weiter angreifen und den Ball so oft wie möglich in die gefährlichen Zonen bringen. Je weiter das Spiel vom eigenen Tor entfernt stattfinde, desto geringer werde auch die Gefahr für die eigene Mannschaft. Die Kritik des Trainers war deshalb nicht grundsätzlich, sondern als klare Warnung trotz des Erfolgs zu verstehen.
Zubkov unterstreicht die Bedeutung der drei Punkte
Auch Oleksandr Zubkov äußerte sich nach dem Spiel und stellte zunächst das Ergebnis in den Vordergrund. „Drei Punkte gegen jeden Gegner sind wichtig„, sagte der Offensivspieler. Gleichzeitig räumte er ein, dass Trabzonspor dem Gegner trotz der frühen Roten Karte noch zu viele Möglichkeiten gegeben habe. Damit bestätigte auch er indirekt den Eindruck, den Tekke später auf der Pressekonferenz in aller Deutlichkeit formulierte.
Neben dem Sportlichen wurde Zubkov auch auf sein Äußeres angesprochen und antwortete mit einem lockeren Satz. Sein Stil sei im Grunde nichts Neues, erklärte er, denn schon bei seiner Ankunft in Trabzon habe er diese Haarfarbe getragen. „Alt kann neu heißen„, sagte er mit einem Lächeln. Im Kern blieb seine Botschaft aber sportlich klar: Der Sieg war wichtig, doch die Mannschaft weiß, dass sie sich nicht zu viel Nachlässigkeit erlauben darf.
Savic lobt die Mischung im Team
Stefan Savic sprach nach dem Auswärtssieg über den Verlauf der Partie und den aktuellen Zustand der Mannschaft. Aus seiner Sicht startete Trabzonspor stark in das Spiel, wusste aber schon vor dem Anpfiff, dass ein Gegner im Abstiegskampf auch unter schwierigen Bedingungen unangenehm bleiben kann. Nach der Roten Karte habe die Partie einen etwas anderen Rhythmus bekommen, was den Umgang mit Ball und Raum zusätzlich anspruchsvoll machte.
Zugleich betonte Savic, dass in der zweiten Saisonhälfte jeder Sieg schwerer werde als zuvor. Gerade deshalb sei der aktuelle Lauf wertvoll. Besonders positiv sieht er die Zusammensetzung des Kaders. „Bei Trabzonspor gibt es eine schöne Mischung. Man kann Jugend sehen und gemeinsam Erfahrung machen„, sagte er. Diese Kombination aus frischer Energie und Routine könnte in den kommenden Wochen zu einem entscheidenden Faktor werden – vorausgesetzt, die Mannschaft beherzigt die Warnung ihres Trainers und bleibt bis zum Schlusspfiff konsequent.


