Besiktas hat am 14. Spieltag der Trendyol Süper Lig einen wichtigen Auswärtssieg gefeiert und sich im Rennen um die Europapokalplätze zurückgemeldet. Beim abstiegsbedrohten Misirli.com.tr Fatih Karagümrük setzten sich die Schwarz-Weißen mit 2:0 durch, vergaben dabei sogar einen Elfmeter und stehen nun bei 24 Punkten. In der Tabelle klettert der Istanbuler Traditionsklub vorerst auf Rang fünf und verschafft sich im dicht gedrängten Feld hinter der Spitze wieder eine bessere Ausgangsposition.
Sportlich war der Erfolg ein kleiner Befreiungsschlag für die Elf von BJK-Trainer Sergen Yalcin, die in dieser Saison bereits einige Rückschläge verkraften musste. Der Auftritt in der Atatürk-Olympiastadion-Kulisse war kein Spektakel, aber eine reife, kontrollierte Auswärtsleistung, bei der Besiktas vor allem defensiv stabil agierte und in den entscheidenden Momenten im Angriff eiskalt zuschlug.
Besiktas zunächst geduldig – Jota Silva trifft kurz vor der Pause
Die Partie begann verhalten, doch die Gäste meldeten sich früh mit der ersten gefährlichen Aktion. Nach einem Eckball von Orkun Kökcü von der linken Seite kam in der achten Minute Jota Silva am vorderen Pfosten zum Kopfball, doch Ivo Grbic im Tor von Fatih Karagümrük parierte sicher. Der Außenseiter versuchte, über Umschaltsituationen Nadelstiche zu setzen, doch klare Chancen blieben zunächst Mangelware.
Rund eine halbe Stunde war gespielt, als die Gastgeber erstmals ernsthaft prüften: In der 34. Minute tauchte Vaclav Cerny nach einem Angriff über die linke Seite im Strafraum auf, sein Schuss stellte Grbic jedoch vor keine allzu großen Probleme. Insgesamt hatte Besiktas mehr Spielkontrolle, tat sich gegen das kompakte Defensivkonzept von Fatih Karagümrük aber lange schwer, in den Strafraum zu kommen.
Kurz vor der Pause zahlte sich der stetige Druck der Schwarz-Weißen dann doch aus. Nach einer einstudierten Eckballvariante über die linke Seite brachte Cerny den Ball flach in den Strafraum, wo Jota Silva sich stark löste und aus kurzer Distanz aus spitzem Winkel abschloss. Sein platzierter Schuss in die nahe Ecke ließ Grbic in der 41. Minute keine Chance und brachte Besiktas die verdiente 1:0-Führung.
Drangphase nach der Pause – Grbic hält Elfmeter von Cengiz Ünder
Nach dem Seitenwechsel drückte Besiktas sofort auf den zweiten Treffer. In der 48. Minute klärte die Abwehr von Fatih Karagümrük eine Hereingabe von David Jurasek von der linken Seite nur unzureichend. Der Ball fiel auf der rechten Strafraumkante vor die Füße von Gökhan Sazdagi, dessen Direktschuss allerdings zu zentral geriet. Wieder war Grbic zur Stelle und lenkte die gefährliche Kugel entschärfend zur Seite.
Die beste Gelegenheit zum 2:0 ergab sich wenige Minuten später nach einem VAR-Eingriff. In der 54. Minute versuchte Wilfred Ndidi im Strafraum, einen hohen Ball per Kopf zu verwerten. Im selben Moment traf Serginho im Zweikampf sowohl Emirhan Topcu als auch den Ball, wobei der Abschluss aus kurzer Distanz an dessen Hand sprang. Schiedsrichter Halil Umut Meler wurde an den Monitor gerufen und entschied nach Ansicht der Bilder auf Handspiel von Serginho und Elfmeter für Besiktas.
Beim fälligen Strafstoß in der 58. Minute übernahm Cengiz Ünder die Verantwortung. Der Offensivstar entschied sich für einen flachen Schuss in die linke Ecke, doch Grbic ahnte die Ecke, tauchte rechtzeitig ab und parierte den Elfer stark. Der gehaltene Elfmeter hielt Fatih Karagümrük im Spiel und sorgte auf den Rängen kurzzeitig für neuen Glauben an eine mögliche Wende.
Toure sorgt für die Entscheidung – Besiktas lässt nichts mehr anbrennen
Trotz des Rückschlags blieb Besiktas spielbestimmend und suchte konsequent nach der Vorentscheidung. In der 69. Minute setzte Kökcü mit einem wuchtigen Schuss von der linken Strafraumseite ein Ausrufezeichen, doch erneut war Grbic zur Stelle und verhinderte mit einer starken Parade den zweiten Gegentreffer. Die Defensive von Fatih Karagümrük geriet nun jedoch immer stärker ins Wanken.
In der 71. Minute war es dann so weit: Nach einem Angriff über die rechte Seite brachte Ünder den Ball flach in den Strafraum. El Bilal Toure kontrollierte die Hereingabe nahe des Elfmeterpunkts, drehte sich blitzschnell um die eigene Achse und schob den Ball überlegt mit einem platzierten Schuss sehenswert rechts oben in den Winkel. Mit dem 2:0 belohnte der Stürmer seine Mannschaft für eine druckvolle Phase und sorgte frühzeitig für klare Verhältnisse.
In der Schlussphase verwaltete Besiktas die Führung souverän, ohne sich tief fallen zu lassen. Offensiv blieb man gefährlich, wie ein Distanzschuss von Jota Silva in der 82. Minute zeigte: Sein Versuch aus halbrechter Position klatschte an die Oberkante der Latte und verhinderte nur knapp den Doppelpack des Angreifers. Fatih Karagümrük war um Ergebniskosmetik bemüht, fand gegen die gut organisierte Defensive der Gäste aber kaum noch Wege in den Strafraum. Ein weiterer vermeintlicher Treffer des eingewechselten Demir Ege Tiknaz (90.+3) in der Nachspielzeit wurde aufgrund einer vorherigen Abseitsstellung des beteiligten Tammy Abraham nicht gewertet.
Was der Auswärtssieg für Besiktas bedeutet
Mit dem 2:0-Auswärtserfolg bei Misirli.com.tr Fatih Karagümrük setzt Besiktas ein wichtiges Zeichen im Kampf um die internationalen Plätze. Trotz des verschossenen Elfmeters und phasenweise knapper Führung blieb die Mannschaft mental stabil, kontrollierte über weite Strecken das Geschehen und ließ defensiv wenig zu. Der Auftritt unterstreicht, dass die Schwarz-Weißen die Pflichtaufgaben gegen Gegner aus der unteren Tabellenregion annehmen und konzentriert zu Ende spielen können.
Gleichzeitig liefert die Partie wertvolle Hinweise für die anstehende Winterpause, in der der Kader punktuell verstärkt werden soll. Spieler wie Jota Silva, El Bilal Touré und Orkun Kökcü präsentierten sich in guter Verfassung, während die Defensive um Torhüter Ersin Destanoglu nur selten ernsthaft geprüft wurde. Gelingt es Besiktas, auf diesem Sieg eine Serie aufzubauen, könnte der Klub schon bald nicht nur um die Europapokalplätze, sondern wieder näher an die Spitze heranrücken, so die Hoffnung beim Klub vom Dolmabahce-Palast.
Aufstellungen
Misirli.com.tr Fatih Karagümrük: Grbic – Esgaio, Cankaya, Roco, Balkovec – Doh (87. Kalpakli), Kranevitter (70. Johnson), Camacho (46. Gray), Cukur, Serginho – Fofana (87. Kalayci)
Besiktas: Destanoglu – Sazdağı, Paulista (60. Djalo), Topcu, Jurasek – Ndidi, Kökcü, Ünder (86. Tiknaz), Cerny (70. Abraham), Jota Silva (87. Rashica) – Toure
Tore: 0:1 Jota Silva (41.), 0:2 Toure (71.)
Gelbe Karten: Camacho, Kranevitter, Balkovec (Fatih Karagümrük)



2 Kommentare
Wow spielen wir schlecht. Wir haben kein System und können keine 3 Pässe hintereinander spielen. Vieles geschieht durch Zufall. Kein Spieler ist schnell und kommt mit Tempo.
Orkun hat mir sehr gefallen heute und ja, wir Zuschauer sagen, lass Demir Ege und Jota spielen und beide machen ein Tor (auch wenn das Eine nicht gezählt hat). Cerny kommt garnicht klar auf der 10. Dann lieber Abraham und Bilal zsm spielen …finde eh mit einem Stürmer sind wir sowieso immer kacke.
Und zu Jurasek, der im besten Fall 10 Millionen Euro Ablöse kosten würde!!!! Also dickes WTF, wer diesen Transfer getätigt hat – bitte, also wirklich bitte, direkt kündigen. Ich habe noch nie einen schlechtern Spieler gesehen in der Süperlig, ohne Witz, alleine in den ersten 3 Spielminuten hat er den Ball ins Aus gehauen und ein Fehlpass gespielt. Verstehe aber auc nicht wieso wir Taylan nicht auf Links probieren.
Ich sehe aber ehrlich gesagt schwarz, diese Art von Fußball hat leider keine gute Zukunft. Man sollte Sergen einen guten Co-Trainer besorgen der Taktisch auf einem höheren Niveau ist. Ansonsten kann man nur auf gute Transfers im Winter hoffen.
Ich hatte mir die Partie gestern auch angeschaut. Also Karagümrük spielt ja schon unterirdisch, aber BJK war gestern auch auf dem Niveau. BJK erinnert mich irgendwie total an ManU, ein gefallener Riese der es wohl nie mehr wirklich an die Spitze schaffen wird. Ich glaube da werden auch einige Transferfenster die Sache nicht geradebiegen, denn dann kommen die Transfersummen von Orkun und Tammy. Alleine da beginnt man ja das Transferfenster im Sommer mit -43 Mio Euro.
Dazu kommen Spieler wie Al Musrati, Onana, Kilicsoy, Joao Mario usw. zurück die man nicht so einfach los wird.
Also das ist eine Monsteraufgabe für den gesamten Verein, da kann man noch von Glück reden, dass es bei Jurasek keine Kaufverpflichtung gibt. Der Typ ist ja wirklich grottenschlecht und für nichts zu gebrauchen.
Also ich drücke BJK wirklich die Daumen, dass sie die Kurve kriegen. Wenn das die nächsten 2-3 Jahre so weitergeht, kann ich mir einen dicken Abrutscher ins Mittelfeld der Tabelle wirklich vorstellen. Man ist jetzt schon hinter Samsunspor und Göztepe in meinen Augen.
Trabzon hat das wirklich vorbildlich gemacht, mit weniger bekannten Spielern und einem System sind die da oben und spielen momentan den besten Fußball in der Türkei.