Ein Klub mit Arbeiterwurzeln und schweren Jahren
Adana Demirspor wurde 1940 durch die Arbeit von Eisenbahnarbeitern gegründet und trägt diesen Ursprung bis heute als Teil seiner Identität. Der Verein teilte mit, dass die vergangenen Jahre sportlich und strukturell von Schwierigkeiten geprägt gewesen seien. Genau vor diesem Hintergrund sieht der Klub in der jetzigen Neuordnung die Chance, ein neues Kapitel aufzuschlagen und die Verbindung zu den eigenen Werten zu stärken.
„Lang lebe Demirspor“: Kampagne als Motor der Übergabe
Als zentralen Rahmen nannte der Verein die Kampagne „Lang lebe Demirspor“. In der Erklärung heißt es, man erlebe gemeinsam den Stolz, „die kritischste Schwelle mit einer historischen Verantwortung überschritten zu haben“. Der wichtigste Schritt dieser Kampagne sei die Übernahme des Klubs gewesen. Dieser Prozess sei nun offiziell abgeschlossen worden, nachdem mit Ex-Präsident Murat Sancak entsprechende Protokolle getroffen wurden.
Wachwechsel und provisorische Leitung bis zum neuen Vorstand
In der Mitteilung wird die Übergabe als klarer Wachwechsel beschrieben: Adana Demirspor sei unter Leitung der Fangruppe „Mavi Simsekler“ (dt. „Blaue Blitze“) an die Menschen übergeben worden, die als Haupteigentümer verstanden werden. Bis ein neuer, ständiger Vorstand gebildet ist, sollen laut Klub „alle finanziellen, administrativen und sportlichen Aufgaben“ durch eine provisorische Leitungsorganisation übernommen werden. Dieser Übergang wird als verantwortungsvoller Schritt formuliert, der die Handlungsfähigkeit sichern und gleichzeitig die neue Struktur vorbereiten soll.
Neue Leitziele: Disziplin, Transparenz, demokratische Beteiligung
Im Rahmen des Protokolls erklärten Ertan Zeybek, Präsident von Adana Demirspor, und Mustafa Kemal Üstüner, der das Amt des amtierenden Präsidenten übernehmen soll, welche Ziele die temporäre Leitung verfolgt. Dazu zählen die Sicherung der finanziellen Disziplin, die Stärkung der institutionellen Struktur sowie ein transparentes und rechenschaftspflichtiges Leitungsmodell. Außerdem soll ein demokratisches und partizipatives Mitgliedschaftssystem aufgebaut werden, um in kurzer Zeit eine dauerhafte, leistungsfähige und visionäre Leitung zu etablieren.
„Team des Volkes“: Identität und Vereinsstruktur sollen sich verändern
Ein weiterer Kernpunkt ist die angekündigte Demokratisierung des Vereins. Der Prozess sei offiziell eingeleitet worden, damit Adana Demirspor seine Identität als „Team des Volkes“ wiedererlangen könne. In der Erklärung wird zudem ein struktureller Wandel beschrieben: Die Vereinsführung solle sich vom personenzentrierten Modell in Richtung eines unternehmerischen und sozialen Bereichs bewegen. Das Ziel ist, den Klub breiter aufzustellen, stärker zu institutionalisieren und die Rolle der Mitglieder zu stärken.
Schuldenlage und Finanzen: Veröffentlichung nach Prüfung angekündigt
Besonders klar positionierte sich die provisorische Führung beim Thema Finanzen. Aufgrund des Transparenzprinzips sollen die aktuelle Schuldensituation, die Finanzstruktur und die Jahresabschlüsse nach einer eingehenden Prüfung in den kommenden Tagen „klar und transparent“ der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Diese Ankündigung zielt darauf, Vertrauen zurückzugewinnen und die Grundlage für die angekündigte neue Vereinsordnung zu schaffen, in der Rechenschaftspflicht und Beteiligung nicht nur Schlagworte, sondern verbindliche Regeln sein sollen.



Ein Kommentar
Schade, waren ne zeitlang gut dabei, vllt schaffen sie ja die Wende