Der türkische Fußballverband hat eine grundlegende Änderung bei der Verteilung der Rundfunkeinnahmen der Trendyol Süper Lig beschlossen. Der bisherige Meisteranteil, der elf Prozent der TV-Einnahmen ausmacht, wird nur noch in dieser Saison ausgeschüttet und danach abgeschafft. Ab der Spielzeit 2026/27 soll dieser Betrag gleichmäßig auf alle 18 Teams der Liga verteilt werden. Besonders deutlich trifft die Entscheidung Vereine wie Bursaspor, die bislang trotz aktueller Zugehörigkeit zu einer niedrigeren Liga noch von diesem Topf profitiert haben.
Der Meisteranteil wird nur noch ein letztes Mal ausgezahlt
Nach der Entscheidung der TFF wird der sogenannte Meisteranteil in der laufenden Saison ein letztes Mal verteilt. Insgesamt geht es dabei um einen Betrag von 14 Millionen Euro. Dieser Topf wird bislang unter jenen Vereinen aufgeteilt, die in der Vergangenheit Meister der Süper Lig geworden sind. Pro Meistertitel wird nach der bisherigen Regelung ein Anteil von 10,4 Millionen TL (ca. 204.000 Euro) ausgeschüttet.
Für die Saison 2025/26 ergibt sich daraus folgende Verteilung: Galatasaray erhält 260 Millionen TL beziehungsweise rund 5,1 Millionen Euro, Fenerbahce bekommt 197,6 Millionen TL oder etwa 3,8 Millionen Euro, Besiktas kommt auf 166,4 Millionen TL beziehungsweise 3,2 Millionen Euro. Dahinter folgen Trabzonspor mit 72,8 Millionen TL oder rund 1,4 Millionen Euro, sowie Bursaspor und RAMS Basaksehir mit jeweils 10,4 Millionen TL, was ungefähr 202.000 Euro entspricht.
Ab 2026/27 wird das Geld auf alle 18 Klubs verteilt
Mit Beginn der Saison 2026/27 wird dieses Modell nun grundlegend verändert. Der bisherige Meisteranteil fließt dann nicht mehr an die historischen Titelträger, sondern wird gleichmäßig an alle 18 Vereine der Süper Lig ausgezahlt. Die TFF will damit die Einnahmen breiter verteilen und das System weniger stark an vergangene Meisterschaften koppeln.
Diese Umstellung verändert die finanzielle Logik des Verteilungsschlüssels deutlich. Während bislang große Traditionsklubs mit vielen Titeln besonders stark profitierten, soll künftig jedes Team der Liga unabhängig von seiner Geschichte denselben Anteil aus diesem Topf erhalten. Gerade für kleinere oder jüngere Süper-Lig-Klubs bedeutet das eine stärkere Planbarkeit und eine gerechtere Beteiligung an den TV-Erlösen.
Bursaspor gehört zu den Verlierern der neuen Regel
Besonders einschneidend ist die Entscheidung für Bursaspor. Der Klub verfügt über einen Süper-Lig-Titel, spielt aktuell aber in der Roten Gruppe der Nesine 2. Lig. Genau durch diesen historischen Meistertitel profitierte Bursaspor bislang weiterhin vom Meisteranteil. Mit der neuen Regel fällt dieses Einkommen ab der kommenden Saison jedoch weg.
Damit verliert Bursaspor eine Einnahmequelle, die bisher unabhängig von der aktuellen Ligazugehörigkeit bestand. Aus Sicht des Vereins ist das ein spürbarer Einschnitt, weil der Titelgewinn in der Vergangenheit bislang noch direkte finanzielle Folgen hatte. Künftig wird nur noch die aktuelle Zugehörigkeit zur Süper Lig darüber entscheiden, ob ein Klub an diesem Verteilungstopf beteiligt wird.
Traditionsklubs verlieren, die Liga wird gleichmäßiger verteilt
Die neue Entscheidung der TFF hat damit zwei klare Seiten. Einerseits verlieren historische Titelträger einen Teil ihres bisherigen strukturellen Vorteils. Andererseits wird das Modell für die aktuelle Liga ausgeglichener, weil jeder Verein denselben Anteil erhält. Vor allem die großen Traditionsvereine mit vielen Meisterschaften werden dadurch künftig weniger stark vom alten System profitieren als bisher.
Ob diese Änderung als gerechter oder als Bruch mit der bisherigen Wertschätzung von Meistertiteln gesehen wird, dürfte im türkischen Fußball noch diskutiert werden. Fest steht aber schon jetzt: Der Meisteranteil läuft aus, die Verteilung der Rundfunkeinnahmen wird neu geordnet, und für Klubs wie Bursaspor endet damit ein finanzieller Sonderstatus.


