Samsunspor hat im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Conference League einen bitteren Abend erlebt. Der türkische Vertreter unterlag dem spanischen Klub Rayo Vallecano vor eigenem Publikum mit 1:3 und steht damit vor dem Rückspiel in einer Woche unter enormem Druck. Die Ausgangslage ist klar erschwert, doch endgültig abgeschrieben hat sich der Schwarzmeer-Klub noch nicht. Trainer Thorsten Fink sowie die Spieler Marius Mouandilmadji und Carlo Holse sprachen nach der Partie trotz der Niederlage weiter von Hoffnung, Glaube und einer möglichen Wende.
Früher Rückschlag, schnelle Antwort und neuer Dämpfer vor der Pause
Die Partie begann für Samsunspor zunächst mit vorsichtigen Annäherungen auf beiden Seiten, ehe Rayo Vallecano früh den ersten entscheidenden Nadelstich setzte. In der 15. Minute verlor die türkische Mannschaft den Ball in einer heiklen Zone, danach landete der Abschluss von Alexandre Zurawski Alemao im Netz zum 1:0. Der Gegentreffer zwang Samsunspor früh in eine reaktive Rolle, doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
Nach einem Standard kam Marius Mouandilmadji in der 21. Minute am Strafpunkt an den Ball und traf nach einer unübersichtlichen Szene zum 1:1. Das Tor brachte Samsunspor zurück ins Spiel und schien der Mannschaft neuen Mut zu geben. Dennoch blieb Rayo Vallecano die reifere und stabilere Mannschaft. Kurz vor der Pause nutzten die Gäste eine weitere Unsicherheit konsequent aus, als Alvaro Garcia in der 40. Minute zum 2:1 traf.
Samsunspor drängt, doch Rayo trifft erneut
Nach dem Seitenwechsel versuchte Samsunspor, den Druck zu erhöhen und schneller in gefährliche Räume zu kommen. In der 62. Minute hatte die Mannschaft eine starke Phase. Erst scheiterte Carlo Holse per Kopf an Torhüter Augusto Batalla, wenig später verhinderte derselbe Keeper auch bei einem weiteren Abschluss von Antoine Makoumbou den Ausgleich.
Genau in dieser Phase, in der Samsunspor noch einmal auf einen Umschwung hoffte, blieb Rayo gefährlich und effizient. In der 72. Minute musste Torhüter Okan Kocuk bei einem harten Abschluss von Unai Lopez eingreifen. Wenig später fiel die Entscheidung: Alemao drang in der 78. Minute kraftvoll in den Strafraum ein und stellte mit seinem Treffer auf 3:1. Damit verschafften sich die Spanier eine klare Ausgangsposition für das Rückspiel auf der iberischen Halbinsel.
Thorsten Fink ärgert sich über Fehler und lobt die Reife des Gegners
Nach dem Abpfiff wirkte Thorsten Fink enttäuscht, aber keineswegs resigniert. Der Trainer machte deutlich, dass Samsunspor zu viele eigene Fehler eingebaut habe und dafür auf diesem Niveau sofort bestraft worden sei. „Es war ein schwieriges Spiel und wir haben verloren. Sie haben auf unsere Fehler gewartet, wir haben Fehler gemacht und verloren. Der Gegner ist ein sehr reifes Team“, sagte Fink auf der Pressekonferenz.
Gleichzeitig verwies der Samsunspor-Coach darauf, dass die Partie statistisch nicht so eindeutig gewesen sei, wie das Ergebnis es vermuten lasse. „Wir waren diejenigen, die den Ball mehr hatten. Die Torerwartung war ähnlich. Als wir uns die Statistiken ansahen, waren wir besser. Sie waren eine bessere Mannschaft, ihre Fähigkeit, einstudiert zu spielen, war besser als unsere“, erklärte Fink.
Gerade diese Einordnung ist bemerkenswert, weil sie die Niederlage weder verharmlost noch dramatisiert. Fink sah durchaus Ansätze im eigenen Spiel, erkannte aber vor allem die größere Reife und Abgeklärtheit des Gegners. Rayo Vallecano schloss Räume konsequent, verteidigte strukturiert und nutzte die Fehler des türkischen Vertreters mit hoher Effizienz.
Fink glaubt an das Rückspiel und verweist auf die Personallage
Trotz der schwierigen Ausgangslage machte Fink deutlich, dass Samsunspor die Runde noch nicht abgeschrieben hat. „Es gibt ein zweites Spiel. Im Fußball ist alles möglich. Wenn wir früh Tore schießen können, können wir ihnen schaden“, sagte der Trainer. Damit formulierte er genau das Szenario, das seine Mannschaft im Rückspiel braucht: einen mutigen Auftritt und einen frühen Wirkungstreffer.
Gleichzeitig sprach Fink auch die personellen Probleme an, mit denen Samsunspor derzeit umgehen muss. „Wir haben einen sehr vermissten und verkrüppelten Spieler. Es ist wichtig, dass sie für die nächsten Wochen zurückkehren. Wir mussten heute mit Carlo Holse spielen. Normalerweise der zentrale Spieler. Die anderen Flügelspieler mussten wegen ihrer Verletzungen später ins Spiel kommen“, erklärte er.
Damit machte der Trainer klar, dass seine Mannschaft nicht in idealer Besetzung antreten konnte. Die aktuelle Personallage schränkt seine Optionen spürbar ein und beeinflusst auch die Rollenverteilung innerhalb des Teams. Fink betonte zudem, dass Rayo die Wege zum Tor sehr gut geschlossen habe. „Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt. Wir hatten nicht viel Glück. Vielleicht kann Rayo sogar die Conference League gewinnen. Diese Ergebnisse gegen so starke Teams sind normal“, sagte er.
Mouandilmadji und Holse senden kämpferische Signale
Auch die Spieler von Samsunspor wollten die Hoffnung nach dem 1:3 nicht aufgeben. Torschütze Marius Mouandilmadji betonte unmittelbar nach dem Spiel, dass das Rückspiel weiter eine echte Chance biete. „Wir wussten, dass dieses Spiel schwierig werden würde, wir haben mit einem der besten Teams der Meisterschaft gespielt. Wir werden ein weiteres Spiel in Madrid spielen. Wir wollen unsere Arbeit fortsetzen, dort das beste Ergebnis erzielen und die Runde bestehen“, sagte der Angreifer.
Ähnlich äußerte sich Carlo Holse, der die Qualität des Gegners offen anerkannte, aber gleichzeitig einen klaren Appell an die eigene Mannschaft richtete. „Wir müssen akzeptieren, dass wir gegen eine sehr gute Mannschaft spielen. Sie waren die bessere Seite als wir. Wenn Sie diese Fehler auf diesem Niveau machen, wird der Gegner Sie bestrafen“, sagte Holse.
Zugleich betonte der Däne seine Bereitschaft, jede Rolle im Team anzunehmen. „Es spielt keine Rolle, in welcher Region ich spiele. Ich versuche, mein Team zu unterstützen, solange ich die Chance bekomme, mich zu formieren. Wir müssen unbedingt das zweite Spiel gewinnen. Wir müssen zuerst an uns selbst glauben. Wir werden eine Woche Zeit zum Trainieren haben“, erklärte Holse.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt bestehen
Die Lage ist für Samsunspor nach dem Heimspiel zweifellos kompliziert. Eine 1:3-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel gegen einen spielstarken spanischen Gegner ist eine schwere Hypothek. Dennoch ist die Tür noch nicht vollständig geschlossen. Fink und seine Spieler setzen auf die Möglichkeit eines frühen Tores, auf eine bessere personelle Situation und auf eine konzentriertere Vorstellung im Rückspiel.
Damit reist Samsunspor zwar mit dem Rücken zur Wand nach Spanien, aber nicht ohne Hoffnung. Der türkische Vertreter braucht nun auf der iberischen Halbinsel nahezu ein kleines Fußballwunder. Genau darauf baut der Klub in diesen Tagen – auf einen mutigen Auftritt, mehr Effizienz in den entscheidenden Momenten und auf die Überzeugung, dass im K.-o.-Fußball auch nach einem 1:3 noch nicht alles verloren ist.



Ein Kommentar
desene Robert Yükselin icinden gecmisler……