1:1 im Allianz Stadion: Juve lässt Punkte liegen, Lecce trifft kurz vor der Pause
Juventus Turin hat am 18. Spieltag der Serie A im eigenen Stadion nur ein 1:1 gegen US Lecce geholt. Die Gäste gingen durch Lameck Banda in der 45.+2 Minute in Führung, ehe Weston McKennie direkt nach Wiederanpfiff in der 49. Minute ausglich. Kenan Yildiz stand dabei über 90 Minuten auf dem Platz und war in einer Szene rund um den entscheidenden Moment der zweiten Halbzeit direkt involviert.
Nach dem Remis kommt Juventus auf 33 Punkte, Lecce steht bei 17 Zählern. Den möglichen Heimsieg vergab die Mannschaft vor allem durch eine verpasste Großchance vom Punkt.
Elfmeter in der 66. Minute: Jonathan David scheitert an Falcone
In der 66. Minute bekam Juventus die große Möglichkeit, das Spiel zu drehen. Jonathan David trat zum Elfmeter an, konnte Wladimiro Falcone aber nicht überwinden. Brisant: Vor dem Strafstoß überließen Manuel Locatelli und Kenan Yildiz David den Ball – eine Entscheidung, die nach Abpfiff für Diskussionen sorgte, weil der verschossene Elfmeter die Partie praktisch kippte.
Italienischen Berichten zufolge soll der Hintergrund gewesen sein, dass David in der Liga längere Zeit nicht getroffen hatte und man ihm mit dem Elfmeter Selbstvertrauen geben wollte. Der Stürmer, der zu Saisonbeginn verpflichtet wurde, soll seit dem Spiel gegen Parma Calcio am ersten Spieltag nicht mehr in der Liga getroffen haben.
Spalletti erklärt die Szene: „Das nächste Mal greife ich ein“
Nach dem Spiel stellte sich Luciano Spalletti auf der Pressekonferenz den Fragen zur Elfmeter-Situation – und machte klar, dass er künftig stärker steuern will. „David ist ein sehr guter Spieler. Er wollte den Ball in die Mitte schicken, tat es aber nicht“, sagte Spalletti über die Ausführung. Zugleich betonte er, dass Locatelli und Kenan Yildiz ebenfalls „gute Elfmeterschützen“ seien.
Spalletti fügte an: „Was wäre, wenn es jemand anderes verpasst hätte? Das nächste Mal greife ich ein, weil ich gerne ab und zu Entscheidungen treffe. Aber es ist schwer, die Entscheidung zu ändern, die sie in diesem Moment getroffen haben.“ Damit deutete der Coach an, dass die Hierarchie beim Punktstoß künftig klarer geregelt werden könnte.
„Keine Sentimentalität“: Spalletti stellt sich hinter David und lobt seine Persönlichkeit
Spalletti wies zudem den Eindruck zurück, die Entscheidung für David sei ein emotionales Zugeständnis gewesen. „Man kann ihnen keine Sentimentalität vorwerfen„, sagte er und stellte klar: „War es ein Zugeständnis, ihn schießen zu lassen? Nein, ist es nicht. Er musste treffen, aber verschoss – und die Dinge wurden chaotisch.“
Gleichzeitig lobte der Trainer den Stürmer ausdrücklich: „Davids Entscheidung, den Elfmeter zu schießen, zeigt seine Persönlichkeit. Egal, wer ihn schießt – ich bin bei ihm.“ Für Juventus bleibt nach dem 1:1 damit vor allem die Erkenntnis, dass ein einziger Moment vom Punkt über zwei verlorene Zähler entschied – und dass die Elfmeter-Frage intern jetzt neu bewertet wird.


