Trabzonspor

Yusuf Yazici im Interview: Inspirierende Zielstrebigkeit nach seiner Suspendierung

Es war nicht leicht für die Trabzonspor-Anhänger, als der damals 22-Jährige Yusuf Yazici seine Heimatstadt in Richtung Frankreich verließ. Im August 2019 wechselte der Nationalspieler für satte 17,5 Millionen Euro zu OSC Lille in die Ligue 1. Die Bordeauxrot-Blauen verloren zwar einen ihrer talentiertesten Spieler, trotzdem erfüllte sie dieser Transfer zugleich mit Stolz. Ein Spieler aus der Trabzonspor-Akademie hatte den Sprung nach Europa geschafft. Gerade als seine Karriere bei OSC Lille Fahrt aufnahm, erlitt Yazici zu Beginn des neuen Jahres einen Kreuzbandriss. In einem Interview mit „Goal.com“ verrät er nun, dass dieser Rückschlag nichts an seiner Arbeitsmoral und seiner Entschlossenheit verändert habe: „Das Wort, das mich am besten beschreibt ist Zielstrebigkeit“, meinte Yazici.

“Ich würde erneut in diesen Zweikampf gehen”

Als die Nachricht über seine Verletzung die Runde machte, kam bei vielen sofort diese eine Frage in den Sinn: Muss die türkische Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2020 auf Yusuf Yazici verzichten? Er selbst bewertet seinen Gesundheitszustand wie folgt: „Meine Behandlung verläuft äußerst positiv. Ich wurde in Rom operiert und führe den ersten Teil meiner Rehabilitation hier durch. Mein Ziel ist es, bei der EURO 2020 dabei zu sein. Natürlich brauche ich hierfür das Einverständnis der Ärzte und Physiotherapeuten. Ich gehe zwar gerne Risiken ein, manchmal könnte sich der Zustand durch eine verfrühte Rückkehr verschlechtern.“

Auf die Frage hin, ob er den Zweikampf mit dem Monegassen Ruben Aguilar bereuen würde, antwortete Yazici gelassen: „Wenn man zurückblickt, stößt man auf viele Dinge, die man im Nachhinein gerne ändern würde. Hätte ich die Möglichkeit, diese Partie zu wiederholen, würde ich bei Bedarf erneut in diesen Zweikampf reingehen. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit würde mein Kreuzband dann erneut reißen“, fügte er lachend hinzu.

“Ich war ganze sechs Monate suspendiert”

Während seiner Zeit in der Jugendabteilung von Trabzonspor musste Yusuf Yazici durch eine besonders schwere Zeit durch. Damals wurde er durch den Nachwuchskoordinator Sadi Tekelioglu suspendiert. Rückblickend zeigt sich, wie fokussiert Yazici weiterhin an seinem Traum arbeitete: „Die Entscheidung des Trainers war berechtigt. Ich sah diese Situation als Möglichkeit, noch stärker zurück zu kommen. Ich war ganze sechs Monate suspendiert, erzählte aber niemandem aus meiner Familie etwas. Ich habe mir daraufhin eine genaue Strategie erarbeitet. Mit meinen Ersparnissen kaufte ich mir Trainingsgeräte.“

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„Wenn meine Freunde zum Fußballtraining gingen, tat ich meiner Familie gegenüber so, als würde ich ebenfalls dort hingehen. Stattdessen besuchte ich aber ein Fitness-Studio. Wenn man ein Ziel vor Augen hat und sich dem voll widmet, kann einen nichts vom Weg abbringen. Ich gab mein Bestes und wurde erneut in den Kader aufgenommen.“ Besonders interessant an diesem Erlebnis ist die Tatsache, dass Sadi Tekelioglu derjenige war, der Yusuf Yazici eine Chance in der A-Mannschaft von Trabzonspor gab und ihm somit zu seinem Durchbruch verhalf.

“Der Sieg kann einem sehr viel Aufwind geben”

Am ersten Spieltag der Europameisterschaft werden alle Augen auf die Türkei gerichtet sein. Die Mannschaft von Senol Günes hat nämlich die Ehre, das Eröffnungsspiel gegen Italien zu bestreiten. Yusuf Yazici sieht dieses Aufeinandertreffen als Vorteil für den weiteren Turnierverlauf: „Wenn man in solchen Wettbewerben weit kommen will, muss man auch die schweren Brocken bezwingen. Der Sieg kann einem sehr viel Aufwind geben.“ Mit der aktuellen Generation habe die türkische Nationalmannschaft durchaus das Potential große Erfolge zu feiern: „Ich hoffe, dass wir unsere Leistung aus der Qualifikation aufrechterhalten oder gar steigern können. Die Spieler in unserem Kader sind sehr jung und in hochklassigen europäischen Mannschaften angestellt. Ich bin überzeugt davon, dass wir sowohl bei der Europameisterschaft als auch bei den zukünftigen Turnieren weit kommen werden.“

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