Türkischer Fußball

Yazici zur Ausländerregelung: “Talente brauchen freien Konkurrenzkampf”


Frankreich-Legionär Yusuf Yazici sprach im Interview mit der Sportzeitung „Fanatik“ über seinen Gesundheitszustand und gab einen Rückblick in seine ersten Tage in Lille. Der 23-Jährige aus der Trabzonspor-Jugend offenbarte außerdem sein größtes Problem während der ersten Saison im neuen Umfeld. Was den Fußball in seinem Heimatland betrifft, äußerte sich Yazici gegen eine Limitierung der Anzahl an ausländischen Spielern. Viel mehr müsse man Konzepte zur Förderung der Nachwuchsabteilungen erarbeiten. Dabei gäbe es laut dem Rekordtransfer-Mann mehrere Vorbilder im Weltfußball.

Rehabilitation in Zeiten von Corona

Nach seinem Kreuzbandriss in der Partie gegen FCO Dijon im Januar dieses Jahres wurde Yazici in Rom operiert. Während seiner Rehabilitationsphase begann die Ausbreitung des Coronavirus, weswegen er seine Vorbereitungen nach Belek verlagerte. Als dann in der Türkei ebenfalls Vorkehrungen getroffen wurden, kehrte der Mittelfeldspieler in seine Heimatstadt Trabzon zurück. Derzeit ist der 23-Jährige wieder in Lille und erfreut sich bester Gesundheit. Über den vorzeitigen Abschluss der Ligue 1 äußerte er sich zwiegespalten: “Man kann den Abbruch der Ligen einerseits emotional und andererseits vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachten. Meiner Meinung nach muss die Lage wissenschaftlich bewertet werden. Ein Sportler will natürlich auf dem Platz stehen und spielen. Hierbei ist aber die Gesundheit des Menschen wichtiger als alles andere. Wenn es um Menschenleben geht, darf man keine emotionalen Kommentare abgeben.” Die kommende Saison der höchsten französischen Spielklasse soll am 22. August starten.

Die Eingewöhnung in Frankreich

Bei seiner Ankunft in Lille war Yazici sich den hohen Erwartungen bewusst. Durch die große Unterstützung, die er erhielt, gewöhnte er sich schnell an das neue Umfeld. An seinen Sprachkenntnissen arbeitet er intensiv aus eigener Überzeugung. “Ich glaube daran, dass man sich nur mit Sprach- und Kulturkenntnissen einem Land anpassen kann. Weil ich bereits Grundlagen in Englisch vorweisen konnte, fokussierten wir uns zunächst auf den Ausbau dieser. Gleichzeitig nehme ich auch Französischunterricht”, erklärte Yazici. Als Stadt habe er Lille zwar sehr gern, es gäbe aber weiterhin ein Problem: “Es ist etwas kalt hier. Wenn ich mich dieses Jahr daran gewöhnen kann, wird alles noch schöner werden.”

“Talente brauchen freien Konkurrenzkampf”

Yusuf Yazici hat, ähnlich wie Merih Demiral, Caglar Söyüncü, Ozan Kabak oder Cengiz Ünder, sehr früh den Sprung in eine europäische Top-Liga gewagt. Während eine Vielzahl an Vereinsoffiziellen der Süper Lig die Meinung vertreten, die Anzahl ausländischer Spieler müsse erneut begrenzt werden, ist Yazici da anderer Meinung. Genau wie seine Kameraden aus der erfolgreichen türkischen Nationalmannschaft, hat auch er sich trotz der lockeren Ausländerregelungen durchsetzen können. “Ich bin für eine unbegrenzte Anzahl an ausländischen Spielern. Unbegrenzt, aber mit diversen Kriterien. Beispielsweise könnte man eine Mindestanzahl an Nachwuchsspielern festlegen. Es könnten auch bestimmte Kriterien für die ausländischen Fußballer gelten. Man darf die Jugend nicht aus den Augen verlieren. Es gibt einige Vorbilder im Weltfußball. Talente blühen in freien Konkurrenzkämpfen auf. Ja, die Anzahl soll nicht begrenzt werden, aber es sollen qualitativ hochwertige Spieler kommen, die unsere Jugend fördern.”

Die aus der Pandemie geborene Chance

Vor der Europameisterschaft 2020 hatte die türkische Nationalmannschaft bittere Verletzungen vorzuweisen. Durch die Verschiebung auf das kommende Jahr erhielten diese Spieler, darunter auch Yusuf Yazici, eine zweite Chance. “Ich betrachtete das nicht nur aus meiner Perspektive. Merih, Cenk oder Ozan waren ebenfalls verletzt. Es ist vielleicht nicht korrekt, aus solch einer Pandemie etwas Positives abzugewinnen, aber die Verschiebung um ein Jahr ist für uns als Mannschaft ein Vorteil. Wir sind ein Team mit sehr hohem Potential. Ich bin mir sicher, dass wir dem Turnier nächstes Jahr im Hinblick auf Spannung und Vielfalt sehr viel beitragen werden.”

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