FenerbahceGalatasaray

Vorschau zum Istanbuler Mega-Derby!

Türk Telekom-Stadion Emotionsgeladen und mit hohen Erwartungen blicken die Anhänger der rivalisierenden Istanbuler Traditionsvereine Galatasaray und Fenerbahce auf das prestigeträchtige Stadt-Derby. Der Austragungsort des 390. Duells ist die Heimstätte der „Löwen“. Bei diesen Begegnungen ist die Anspannung der Fans greifbar. Der kleinste Funkte genügt, um den Hexenkessel zum Überkochen zu bringen. Um einen sportlichen Fußballabend zu gewährleisten, hat die TFF Cüneyt Cakir auf diese Partie angesetzt. Der 42-jährige Referee leitete bereits elf Duelle zwischen Galatasaray und Fenerbahce. Bei diesen Aufeinandertreffen zog Cakir zwölf Mal die Rote und 65 Mal die Gelbe Karte. Unter seiner Regie konnte Fenerbahce sechs und Galatasaray drei Spiele für sich entscheiden. Zwei Partien endeten unentschieden.

Terim garantiert Falcao-Einsatz

Am Samstagabend kann der Rekordmeister fast alle Stammkräfte im Kader mobilisieren. Unklar ist lediglich, ob der am Kiefer verletzte Marokkaner Younes Belhanda zum Einsatz kommen wird. Fatih Terim wollte sich diesbezüglich nicht festlegen. „Belhanda möchte unbedingt spielen. Wegen der Kieferverletzung könnte er jedoch Atemprobleme bekommen. Wir haben eine spezielle Maske für ihn anfertigen lassen. Sein Gesundheitszustand wird aktuell beobachtet. Ob er tatsächlich spielt, wird spontan entschieden.“ Für zusätzliche Spekulationen sorgte das Fehlen von Neuzugang Radamel Falcao beim Mannschaftstraining. Terim versicherte in einer Stellungnahme, dass der Kolumbianer gegen Fenerbahce auf dem Rasen stehen wird. Der „Imperator“ darf beziehungsweise muss das Spektakel von den Zuschauerrängen aus beobachten, da er für drei Spiele auf die Tribüne verbannt wurde. Stattdessen wird Co-Trainer Levent Sahin das Ruder in die Hand nehmen.

Im Ligabetrieb mussten die Gelb-Roten schmerzhaft erfahren, dass der Zuwachs an namhaften Spielern allein nicht genügt, um die Tabellenspitze zu erobern. Galatasaray belegt mit zwei Siegen, einer Niederlage und zwei Unentschieden aktuell den siebten Platz in der höchsten türkischen Spielklasse. Um den Erzrivalen mit maximaler Kaderstärke vor heimischer Kulisse empfangen zu können, rotierten die „Löwen“ bereits am fünften Spieltag gegen BctTurk Yeni Malatyaspor. Dort kamen Adem Büyük, Florin Andone, Ömer Bayram und Sener Özbayrakli zum Einsatz. Das Quartett wird voraussichtlich gegen Fenerbahce nicht berücksichtigt. Es ist nahezu sicher, dass der Rekordmeister am Samstagabend schwere Geschütze wie Mariano, Yuto Nagatomo, Sofiane Feghouli und Falcao auffahren wird. Auf dem Papier haben die „Löwen“ ganz klar den stärkeren Kader. Die enorme Erfahrung und die sehr gute Bilanz ihres Torhüters Fernando Muslera untermalen diese Annahme zusätzlich.

Fenerbahce weiter mit Abwehrsorgen

Fenerbahce legte einen glanzvollen Start in die laufende Saison hin. Aktuell beanspruchen die „Kanarien“ den zweiten Platz für sich. Mit nur drei Punkten Abstand zum Tabellenersten Alanyaspor, bleibt auch der Gipfel in greifbarer Nähe. Die Gelb-Marineblauen stolperten lediglich einmal über ihre eigenen Füße – ausgerechnet gegen Alanyaspor. Drei ansehnliche Siege und ein Unentschieden im Ligabetrieb lassen Fenerbahce auf mehr hoffen. Der erfahrene Übungsleiter Ersun Yanal hat weiterhin mit personellen Problemen in der Abwehr zu kämpfen. Mauricio Isla, Hasan Ali Kaldirim und Victor Moses nahmen nach einer verletzungsbedingten Zwangspause wieder am Mannschaftstraining teil. Ob diese drei Spieler bis zum Derby einsatzfähig sind, dürfte erst am Samstag klar werden.

Ersun Yanals Experimentierfreudigkeit in Sachen Abwehrrotation irritierte bislang nicht nur die eigenen Anhänger, sondern auch die Gegner. Neuzugang Adil Rami konnte gegen MKE Ankaragücü in der Abwehrreihe nicht überzeugen. Der Franzose verschuldete sogar ein Gegentor. So ist davon auszugehen, dass Rami beim Derby nicht berücksichtigt und stattdessen Jailson auf dem Rasen stehen wird. Dieser avancierte zum „Publikumsclown“ in Aslantepe, nachdem er Belhanda eine Ohrfeige verpasste und anschließend vor der halben Galatasaray-Belegschaft in die Katakomben flüchtete. Es ist davon auszugehen, dass der letztjährige Vorfall sowohl bei Galatasaray als auch bei Fenerbahce noch immer für einen Lacher sorgt.

Nabil Dirar und Mittelfeldspieler Ozan Tufan machen in der Abwehr eine ansehnliche Figur. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Tufan einst unter der Regie von Senol Günes als Verteidiger fungierte. Das Erfolgsrezept des Klubs aus Kadiköy ist die fulminante Abteilung Angriff. Zweifelsfrei ist Vedat Muriqi einer der besten Stürmer in der Süper Lig. Mit Neuzugang Max Kruse hat sich Fenerbahce einen weiteren sehr erfahrenen Legionär an Bord geholt. Fenerbahce geht als Außenseiter in das 390.Duell. Personalprobleme in der Abwehr, ein junger Torhüter und die unberechenbare Experimentierfreude Yanals tragen zu diesen Einschätzungen bei.

Erzrivalen im bisherigen Saisonvergleich

In fünf Ligaeinsätzen erzielte Fenerbahce elf Tore und kassierte, trotz improvisierter Abwehrbesetzung, lediglich sechs Gegentore. Gastgeber Galatasaray rollte den Ball sechs Mal ins Viereck und musste die gleiche Anzahl an Gegentreffern hinnehmen. Die „Löwen“ weisen 135 Ballverluste in fünf Pflichtspielen auf. Fenerbahce weist derweil 106 Ballverluste auf. Mit 72 gezielten Schüssen auf den gegnerischen Kasten liegt “Gala” hinter dem Rivalen. “Fener” schoss 95 Mal gezielt auf das gegnerische Tor. Zuletzt gewann Galatasaray am 18. April 2014 im regulären Ligabetrieb ein Stadt-Derby gegen Fenerbahce. Fenerbahce besiegte Galatasaray seither drei Mal und erspielte sechs Unentschieden.

Die Trainer im Vergleich

Fatih Terim führte seine „Löwen“ insgesamt 24 Mal gegen Fenerbahce zu Felde. Er errang sieben Siege, neun Unentschieden und musste acht Niederlagen hinnehmen. Sein Kontrahent Ersun Yanal errang gegen Galatasaray acht Siege, erspielte neun Unentschieden und kassierte dreizehn Niederlagen. Insgesamt dirigierte Yanal 30 Spiele gegen Galatasaray.

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Tugrul Göv

Tugrul Göv

4 Kommentare

  1. Avatar
    28. September 2019 um 12:09 —

    Heute gilt es. Ich will den Derbysieg sehen und da gibt es für mich keine Ausreden. Mit einem Sieg gehen wir auch motivierter in das CL Spiel gegen Paris. Aber genau das macht mir auch Sorgen, es kann gut sein, dass die Spieler mit den Köpfen schon da sind. Und gegen Konya und Malatya haben diese kleinen Konzentrationsschwächen und 4 Punkte gekostet. Wir nehmen die letzten 15 Minuten im Spiel nicht ernst und das hat Fener letztes mal gnadenlos ausgenutzt.
    Also spielt das Spiel konzentriert runter und füttert den El Tigre da vorne mit Bällen.

    Eine weitere Sorge ist bei mir, wenn eines der beiden Teams durch Schiedsrichterfehler gewinnt. Was denkt ihr was ein Koc/Cengiz nach dem Spiel wohl sagen wird? Es steht vorne rein klar, dass es Strafen hageln wird, wenn ein Schiedsrichter seinen Job nicht richtig macht.

    Ich erwarte ein defensivgeführtes Spiel, keines der beiden Teams wird sich direkt in die Offensive stürzen. Beide Vereine werden erst einmal hinten sicher stehen und sich langsam herantasten. Ich tippe auf ein 1-0 Sieg für uns oder ein 0-0/1-1. Torreich wird es denke ich mal nicht, das zeigen die letzten 10 Derbys.
    Auf ein faires Derby ohne Streitigkeiten.

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      28. September 2019 um 12:18

      es wird kein faires spiel geben… diese saison soll fener meister werden… die werden alles dafür tun… erinnere dich bitte an das letzte derby in kadiköy…

      schade das melo heute nicht hier ist… da würde emre nicht mal mit ins stadion fahren vor angst ^^

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    28. September 2019 um 10:06 —

    Ich habe gelesen, dass das Spiel in 113 Länder übertragen wird, in Anbetracht dessen sollte man sich doch da als GS und FB von seiner besten Seite zeigen oder?

    In diesem Spiel kann man doch positive Werbung für den türkischen Fussball und die Süperlig machen, aber wenn ich mir die Bilder der letztjährigen Begegnung aus der Telekom vor Augen führe, dann war das alles andere als positive Werbung für den türkischen Fussball oder?

    Ich würde allen Protagonisten auf und außerhalb des Spielfeldes dringend dazu raten sich aufs Spiel zu konzentrieren und uns allen endlich mal ein qualitativ gutes Derby zu zeigen das den Namen auch verdient hat.

    Wenn das Spiel wieder in solche Szenen ausarten sollte wie letztes Jahr, werde ich einfach den Aus Knopf betätigen, das habe ich nämlich auch letztes Jahr getan. So eine assoziale Scheiße werde ich mir in Zukunft nicht mehr reinziehen.

    Könnt ihr mal ein Stadtderby wie richige Männer zu Ende spielen, ich meine müsst ihr euch jedes Mal wie 5 Jährige auf dem Platz aufführen oder was?

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      28. September 2019 um 10:58

      Scheiß auf die Werbung, Fenerbahce soll es diesen Steuerhinterzieher Verein richtig zeigen wo es lang geht. Für das ganze türkische Volk müssen wir die bestrafen. Natürlich auf dem Spielfeld mit erlaubten Mitteln.

      Emre Belezoglu hat heute die Hauptrolle, er kann diese monşerler richtig zu Weißglut bringen: Zuschauer und Spieler muss er provozieren.

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