Türkischer Fußball

Caglar Söyüncü über Cenk Tosun und die Bundesliga

Einst vom Amateurverein Aliaga Spor den großen Sprung zum Zweitligisten Altinordu geschafft, entwickelte sich der junge Türke Caglar Söyüncü zu einem gestandenen Innenverteidiger. Im Jahre 2016 machten die Leistungen des Hintermannes den SC Freiburg aus der Bundesliga auf sich aufmerksam. So wechselte der damals 20-Jährige für eine Ablösesumme von 2,65 Millionen Euro nach Deutschland. Leicester City, englischer Meister der Saison 2015/16, legte im August 2018 schließlich mehr als 21 Millionen Euro auf den Tisch, um das junge Talent unter Vertrag zu nehmen.

Söyüncü: „Wollte unbedingt in der A-Nationalmannschaft spielen“

Bis dato schaffte es das türkische Juwel auf drei Einsätze in der Premier League, drei Einsätze in der U21-Premier League sowie einen Einsatz im englischen EFL Cup. Im Pressegespräch gibt Söyüncü zu, dass er solch große Klubs anscheinend nie im Visier hatte: „Als ich noch sehr jung war, wollte ich eigentlich nur unbedingt mal für die Türkei spielen. Jedoch hat sich nach den vielen Ratschlägen meiner Trainer mein Horizont deutlich erweitert. Nachdem ich es zur A-Nationalmannschaft geschafft hatte, war es fortan mein Ziel, Teil eines größeren Klubs zu werden und parallel dazu für mein Land aufzulaufen. Nicht jeder hat das Vergnügen Nationalspieler zu sein. Ich habe es zum Glück geschafft. Spieler und Trainer kommen und gehen, aber die Nationalmannschaft bleibt so wie sie ist.“

„Mein Ex-Trainer hat mich ausführlich analysiert“

Söyüncü berichtet über seine Zeit beim SC Freiburg. Sein damaliger Trainer Christian Streich habe viele seiner Spiele bis ins Detail analysiert. „Streich soll sich mehrere Spiele von mir angesehen und diese detailliert analysiert haben. Das hat mich sehr gewundert. Sie stellten wohl fest, dass Altinordu die beste Jugendakademie der Türkei besitzt. So haben sich mich entdeckt. In meiner Zeit bei Altinordu kamen viele Angebote von großen Klubs. Indes rief mich Fatih Terim erstmals zur A-Nationalmannschaft. Zuletzt schaffte es 1997 Fatih Tekke aus Izmir dorthin. Fortan glaubte ich an mich. Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig zu träumen, jedoch sollte man sich niemals im Höhenflug verirren.“

„Der deutsche Fußball ist eine Liga höher“

Caglar weiter: „Ich wusste nicht, wie die Fußballwelt außerhalb der Süper Lig aussehen würde. Aus objektiver Sicht muss ich jedoch sagen, dass der deutsche Fußball eine Liga höher spielt. Es gibt gewisse Unterschiede in der Qualität. Jedes Team kann in den Heimspielen eine volle Zuschauertribüne bestaunen. Das ist besonders wichtig für die Motivation eines Spielers. Abgesehen davon war in puncto Disziplin der Fußball in Deutschland auf einem ganz anderen Level. Wir kamen nach einem Spiel um ein Uhr Nachts nach Hause, um sieben Stunden später um acht Uhr bereits wieder zu trainieren.“

„Cenk hat sich einen großen Namen gemacht“

Söyüncüs Meinung nach habe sein Nationalmannschaftskollege Cenk Tosun mit seinem Transfer zu Everton den größten Sprung in seiner Karriere gemacht. Söyüncü: „Wir treffen uns hin und wieder mit ihm. Zum letzten Camp sind wir gemeinsam hingeflogen. Ich muss zugeben, dass er mir sehr oft behilflich geworden ist. Er hat das Schwerste bereits hinter sich. Meiner Meinung nach leistet er Großes für seinen Klub. Cenk hat sich in England einen großen Namen gemacht. Bei der Gegneranalyse hatten wir für eine lange Zeit nur über Cenk gesprochen. Das hat mich sehr stolz gemacht.“

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Redaktion GazeteFutbol