Besiktas

Besiktas: Die Adler im Taumelflug

Fünfter Spieltag – Vodafone Park. Ein zwingend erforderlicher Sieg: Fehlanzeige! Die Istanbuler Kontrahenten Basaksehir und Besiktas zeigten ihren Anhängern Fussball auf Zweitliga-Niveau (zum Spielbericht). Die desaströse Entwicklung der Schwarz-Weißen zwingt sowohl Funktionäre als auch Cheftrainer Avci zur Bringschuld. Die Fans wollen Antworten! Die bisherige Bilanz der „Schwarzen Adler“ spricht dabei nicht für sich, da man ohne Yilmaz` Ausgleichstreffer die dritte Niederlage dieser Saison hätte hinnehmen müssen.

Die Schwarz-Weißen legten den schlechtesten Saisonstart der letzten fünf Jahre hin. Sicherlich darf die Avci-Elf aufatmen – die Luft aus den Abstiegsrängen bleibt ihnen erspart. Eine Katastrophe wurde in der 84. Minute gerade noch abgewendet. Vorerst, denn am kommenden Spieltag muss sich Besiktas ohne Adem Ljajic mit Trabzonspor duellieren. Der Trainer-Stuhl könnte dabei leicht zum Schleudersitz werden. Gazetefutbol hat die Stimmen zum Spiel eingefangen.


Abdullah Avci gelobt Besserung: “Wir werden dieses Schiff an einen sicheren Hafen bringen”

Avci rechtfertigte das Unentschieden bei der Pressekonferenz und bat die eigenen Anhänger um Geduld und Verständnis. „In der ersten Halbzeit erwartete uns der Gegner im dritten Spielfeldabschnitt mit einer 4-5-1 Aufstellung. Bis dahin drangen wir problemlos vor. Es ist ein Areal, in der uns die hohe Qualität der Gegenspieler große Probleme bereitet. Wir hätten uns in der Vorbereitungsphase vermehrt auf diesen Abschnitt fokussieren müssen. Es hätte uns ganz andere Möglichkeiten eröffnen können.“ Abdullah Avci honorierte auch die Leistung seines Spielers Burak Yilmaz, der am fünften Spieltag das erste Mal wieder auf dem Rasen stand: „Burak spielt das erste Mal. Er ist einer der Spieler, der die meisten Sprints hinlegt. Atiba hat heute auch das erste Mal gespielt. Gegen körperlich fitte Gegenspieler darf man den Ball nicht so leichtfertig verlieren. Aus einem simplen Ballverlust heraus gelang es dem Gegner den Führungstreffer zu erzielen. Anschließend machten wir den 1:1-Ausgleichstreffer. In der Endphase der zweiten Spielzeit waren wir eifriger und zeigten mehr Einsatz. Ich glaube an unser Spiel, die Spieler glauben auch daran. Wir haben gewisse Rückschlüsse aus dem Spiel gezogen. Unser Spielplan sah einen Sieg vor. Ein Comeback ist wichtig. Wir haben die fünfte Spielwoche abgeschlossen. Wir werden unseren Weg fortsetzen.“

Die Fans setzten hohe Erwartungen in Trainer und Mannschaft. Zeitweise verlangten die Besiktas-Anhänger den Rücktritt des Vorstandes. Protestrufe von den Tribünenrängen hagelten sowohl auf den Trainer als auch auf den Vorstand nieder. Avci schlängelte sich in der Pressekonferenz geschickt um diese Problematik herum und spielte die Sache runter: „Die Erwartungshaltung der Besiktas-Fans ist hoch. Sie haben ihre Mannschaft immer unterstützt und sie sollen es auch weiterhin tun. Dies ist keine einfache Phase. Fünf Punkte stehen uns nicht gut zu Gesicht. Aber seit Jahresbeginn erleben wir Missstände. Diese dauern an. Das soll keine Ausrede sein. Mit dreizehn Punkten ist Alanyaspor an der Tabellenspitze. Die dominanten Mannschaften der Liga haben jeweils zehn Punkte vorzuweisen. Teams mit hohen Investitionsausgaben, deren Spielqualität jedoch durchaus in Frage gestellt werden kann, weisen nur drei Punkte Vorsprung auf. Dies sind Fakten. Auch wissen wir um die Erwartungen an uns. Wir werden dieses Schiff an einen sicheren Hafen bringen. Die Besiktas-Anhänger stehen immer für ihre Mannschaft ein, sie sollen es auch weiterhin tun.“

Yilmaz – Der Retter in letzter Not: “Mir wurde die Dringlichkeit bewusst”

Burak Yilmaz begründete seine Rückkehr mit der simplen Notwendigkeit, die mit der besorgniserregenden Lage des 15-maligen türkischen Meisters einhergeht. Zwischen den Zeilen war dem Top-Stürmer die Frustration deutlich anzumerken. Zugleich machte der Publikumsliebling den Besiktas-Anhängern Mut: „Es war heute mein erstes Spiel. Ich bin früher zurückgekehrt, weil mir die Dringlichkeit bewusst wurde. Ich schoss ein Tor, jedoch reichte es nicht aus. Körperlich bin ich leider noch nicht völlig fit. Das heutige Spiel war abwechslungsreich. Der Gegner drückte uns seine Spielüberlegenheit auf. In der Endphase waren wir dem Sieg näher. Wir versuchen die Anweisungen unseres Trainers umzusetzen. Ich denke, dass wir in den kommenden Wochen noch besser spielen werden. Ich bitte alle um etwas mehr Geduld. Wir arbeiten daran eine Mannschaft zu sein, die alle Erwartungen erfüllt. Alle Fans, die uns heute aus den Tribünenrängen unterstützt oder auch nicht unterstützt haben, sind mir heilig. Es ist aber bedauerlich, wenn die eigenen Anhänger gegen uns protestieren. Es hat einen schlechten Einfluss auf unsere Leistung.“

Okan Buruk nimmt sich Arslanboga zur Brust: “Es gibt ein System, das nennt sich VAR”

Okan Buruk protestierte heftig gegen die Entscheidungen Suat Arslanbogas. Seiner Meinung nach habe sich der Unparteiische zu sehr auf die Instinkte seiner Assistenten verlassen. Richtig wäre es gewesen, den direkten Weg zum VAR einzuschlagen, so Buruk: „In der zweiten Spielzeit haben wir das Spiel weiter nach vorn verlagert. Wir schossen ein Tor. Wir hätten auch die Gelegenheit ein zweites und drittes Tor zu schießen. Wir hatten das Spiel in unserer Hand, haben jedoch nichts daraus gemacht. Ein kleiner Fehler und ein Strafstoß führten letztendlich zum Unentschieden. Unsere Mannschaft war dem Sieg näher, jedoch fehlte uns die klare Möglichkeit zum Führungstreffer. Die Situation am Ende der ersten Halbzeit stimmte uns traurig. Es war betrüblich zu sehen, wie der Schiedsrichter entgegen guten Wissens und Gewissens über die Sache hinweg gesehen hat. Ihr habt kein Recht solche Dinge zu machen. So wie er zu unserem Nachteil den Strafstoß gab, so hätte er auch dem Gegner in dieser Situation glatt Rot zeigen müssen. Für den Schiedsrichter war es sicherlich auch enttäuschend. Er hatte einen schweren Tag hinter sich. Er hielt dem Druck, der auf ihm lastete, nicht stand. Deswegen zeigte er kein Rot. So denke ich darüber.“ Auf die Nachfrage eines Journalisten in Bezug auf die nicht gegebene Rote Karte reagierte Buruk verärgert: „Hätten die Schiedsrichter-Assistenten es nicht sehen müssen? Es gibt ein System, das nennt sich VAR. Warum verlässt er sich nur auf den Linienrichter? Er hätte mit dem VAR die Position prüfen und glatt Rot zeigen müssen.“

Irfan Kahveci frustriert: “Wir haben Fehler gemacht”

Kahcevi kritisierte die Entscheidungen des Unparteiischen und prangerte die unfaire Behandlung an. „Ich habe alles in meiner Macht stehende für mein Team getan. Heute sind wir 1:0 in Führung gegangen. Wir haben viele gute Möglichkeiten gehabt, diese jedoch nicht genutzt. In der ersten Spielhälfte haben wir uns lediglich eine gute Gelegenheit erspielt. Der Gegner hätte zu diesem Zeitpunkt mit nur zehn Mann weiterspielen müssen. Wirf einen Blick auf den VAR. Hör dir an, was sie zu sagen haben. Wir müssen auf diese Dinge achten. Sie bekamen sofort den Strafstoß. Wir haben auch Fehler gemacht. Auswärts gegen Besiktas zu spielen ist schwer. Wir haben einen Punkt geholt. Das ist gar nicht mal so schlecht. Die Mannschaft befindet sich noch in der Adaptionsphase. Wir haben zwei Spielhälften mit zwei unterschiedlichen Leistungskurven gesehen. Hoffentlich werden wir in den kommenden Wochen besser sein.“

Caicara kommentiert: “Der Unparteiische griff aktiv in das Spielgeschehen ein”

Caicara warf dem Schiedsrichtergespann direkte Einflussnahme in das Spielgeschehen vor: „Ich möchte meinen Teamkollegen gratulieren. Wir haben eine gute Defensivleistung gezeigt. Uns gelang es, die schnellen Besiktas-Spieler aus dem Spiel zu nehmen. Ein Unentschieden ist nicht das von uns erwünschte Ergebnis gewesen. Allerdings haben wir eine gute Leistung abgeliefert. In der ersten Spielhälfte haben wir einige Möglichkeiten gehabt. Man hätte einen Blick zum VAR werfen müssen. Als wir einen Fehler machten, ging er direkt zum VAR. Der Schiedsrichter hat direkten Einfluss auf das Spielgeschehen ausgeübt.“

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Tugrul Göv

Tugrul Göv

2 Kommentare

  1. Avatar
    24. September 2019 um 11:26

    Letzendlich kann sich BJK freuen, dass Ljajic und Douglas keine rote Karte gesehen haben. Wie Ljajic den Schiedsrichtier wegschubst und dann noch ganz arrogant weg geht als ob nichts passiert ist… Bei einem Belhanda wären die Medien total durchgedreht oder er hätte direkt auf dem Platz schon die rote Karte gesehen.
    Wie ein Douglas keine rote Karte sehen kann, ist für mich ein Rätsel. Für mich ist das eine klare Notbremse. Ich habe da eine Vermutung, und zwar hatte der Schiedsrichter einfach Angst in dem Moment die rote Karte zu zeigen. Für mich hat er während des gesamten Spiels merkwürdige Entscheidungen getroffen. Mit den beiden Platzverweisen gewinnt BJK das Spiel definitiv nicht und hätte gegen TS auf die beiden Spieler verzichten müssen.

    Gerade hab ich gelesen, dass Fikret Orman seinen Rücktritt angeboten haben soll und außerdem eine Versammlung zusammengerufen hat. Ich sage es euch, auf BJK wartet eine lange unangenehme Saison.
    Ich will zwar, dass Avci seine Chance über die Saison hinaus bekommt, aber ein Sergen Yalcin würde aus diesem Team direkt wieder eine Einheit formen. Ein Sergen würde aus Malatya rennend kommen um BJK zu übernehmen.

    • Avatar
      25. September 2019 um 9:55

      Ich war ja für Bilic. Es war Slaven Bilic, der das Meisterteam geformt hat. Der erste Titel ist ganz klar sein Verdienst. Aber seis drum… Avci braucht Zeit, die hatte er bei Basaksehir, bei BJK bezweifle ich leider, dass er diese Zeit bekommt.