Fenerbahce

Berke Özer: „Mein Vater wusste nicht, dass ich Torhüter war“

Nach seiner erfolgreichen Zeit als Leihspieler beim belgischen Verein KVC Westerlo, strotzt der 19-Jährige Berke Özer vor Selbstvertrauen. Der talentierte Torhüter ist sich sicher: Er ist bereit für Fenerbahce. In der aktuellen Saison kam er in 22 Partien zum Startelf-Einsatz und konnte sechs davon mit einer weißen Weste abschließen. GazeteFutbol mit den wichtigsten Punkten des Interviews.

Özer widersetzte sich seinem Vater

Während viele Kinder davon träumen, als Feldspieler Tore zu schießen und die Gegenspieler auszutanzen, bleibt die Rolle des Torhüters in jungen Jahren oft unbeliebt. Nicht so für Berke Özer. Entgegen der Ratschläge seines Vaters, der als Spieler ebenfalls zwischen den zwei Pfosten stand, machte er als Keeper auf sein Talent aufmerksam: „Mein Vater wollte nicht, dass ich Torhüter werde, da diese Rolle seiner Meinung nach die undankbarste im Fußball ist. Zu Beginn hielt ich die Sache geheim. Ich trainierte als Torwart, während mein Vater dachte, dass ich ein Feldspieler war. Nachdem ich in einer Partie drei Elfmeter parieren konnte, wollten die Trainer, dass ich mit ihm rede, um als Torhüter in die Akademie zu gehen. Nach unserem Gespräch hatte ich die volle Unterstützung meines Vaters“, erzählte der 19-Jährige.

Der Grund für seine Entdeckung

Wie so viele andere Talente der Türkei, kommt Berke Özer aus der Akademie von Altinordu. Um seine Träume zu erfüllen, fasste er im Kindesalter einen schwierigen Entschluss: „Seit meinem elften Lebensjahr lebe ich getrennt von meiner Familie. Ich verließ mein Zuhause und zog zu den Anlagen von Altinordu. Es mag zwar einfach klingen, jedoch war es für ein Kind in diesem Alter sehr schwierig das Elternhaus zu verlassen. Wenn ich heute zurückblicke, erkenne ich, wie richtig diese Entscheidung war.“

Bereits vor seinem Wechsel zu Fenerbahce war Özer im Radar vieler europäischer Top-Klubs. Den ausschlaggebenden Punkt für seine internationale Präsenz sieht das Talent in den Auftritten mit den türkischen Jugend-Nationalmannschaften: „Eine Vielzahl dieser Spiele war bei der Europameisterschaft. Darunter auch das Trainingslager für die Weltmeisterschaft. Wenn man in solchen Partien auf dem Platz steht, wird man natürlich beobachtet. Dies zu wissen, hat mich aber nie gestresst, sondern zusätzlich motiviert. Selbst wenn die Scouts nicht direkt die Spiele ansehen, verfolgen sie einen über die sozialen Medien oder über Scouting-Programme.“

Der schlechte Ruf türkischer Spieler

In den vergangen Jahren stieg die Anzahl der türkischen Spieler in den europäischen Ligen stetig an. Während diese zum Teil zu wichtigen Stammkräften ihrer Mannschaften wurden, ist der allgemeine Ruf der Türken weiterhin eher schlecht: „Sie sind der Meinung, dass wir faul wären. Leider muss man ihnen hierbei etwas Recht geben. Es liegt in unserer Hand, dies zu ändern. Ich bin der Meinung, dass weltweit solche Vorurteile gegen türkische Fußballer vorliegen. So lange wir aber hart arbeiten und Erfolge feiern, müssen wir uns keine Gedanken um solche Meinungen machen“, erzählte Özer von seinen Erfahrungen.

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Hakan Salman

Hakan Salman

1 Kommentar

  1. Avatar
    13. April 2020 um 19:16

    Dieser Junge wird unser Stammtorhüter werden. Altay Bayindir ist ein guter Torwart, aber sollte jemand Beispielsweise 7-10 Millionen bieten würde ich ihn nächstes Jahr verkaufen.